Der Mensch soll in Gemeinschaft leben. Am besten in stabilen Verbünden, die in größere gesellschaftliche Umfelder eingebettet sind, denn im persönlichen Austausch finden sich Vorbilder. Und sie bieten die Chance, sich viele Verhaltensweisen abzuschauen. Einer neuen Studie zufolge sichert genau diese Mischung das Überleben am besten ab. Das Team der britischen Universität Exeter hat die Aufzucht von Erdmännchen und Zebramangusten beobachtet. Die schlanken, kleinen Raubtiere leben in Gruppen, in denen nicht die Eltern, sondern Helferinnen die Jungen großziehen.

Alles, was sie über das Leben wissen müssen, lernen kleine Erdmännchen und Zebramangus von Erwachsenen, mit denen sie nicht verwandt sind. Von der Nahrungssuche über die Fellpflege bis zum Wache-Halten leben ihnen diese "Mentorinnen" alles vor. Die Jungen "erben" deren Erfahrungen zusätzlich zu den genetischen Anlagen der Eltern. Diese Vielfalt sichert das Überleben, denn wer eine breite Palette an Verhaltensmustern kennt, ist für die verschiedensten Situationen gerüstet. Glaubt man Erfahrungsberichten von Kindergärtnerinnen, haben wir Menschen von den Erdmännchen einiges zu lernen. Kinder, die stundenlang mutterseelenallein am Computer spielen, sind demnach motorisch ungeschickter und schauen ihren Gesprächspartnern seltener in die Augen als andere. Was auch daran liegen mag, dass schon die Eltern und deren Freunde sich weniger mit ihren Kindern als mit ihren Handys beschäftigen und daher keine variantenreichen Vorbilder mehr abgeben.