Die gute Nachricht: Selbst wenn Österreich das Play-off gegen Australien noch vergeigen sollte, könnte das heimische Tennis 2019 in der obersten Tennis-Liga vertreten sein. Die Reform des Daviscups sieht vor, dass sich auch die Verlierer über das Nationenranking qualifizieren können. Die schlechtere Nachricht: Im klassischen "Daviscup" werden Dominic Thiem und Co. nie wieder spielen. Denn den nach Dwight Davis benannten und seit 1900 ausgetragenen Bewerb gibt es dann nicht mehr. Zurecht meinte Australiens Kapitän Lleyton Hewitt, dass er in "Piqué-Cup" umbenannt werden müsste. Der Fußball-Star hat ihm gemeinsam mit der Investorengruppe Kosmos neben vielen, vielen Millionen auch ein neues Gesicht gegeben. Zwei statt drei Gewinnsätze, zwei Einzel statt vier, nur eine Runde mit Heim- beziehungsweise Auswärtsspiel sowie - die einschneidendste Erneuerung - ein gigantisches Finalturnier an einem festgelegten Ort im November. Nun bestreitet kaum jemand, dass eine Reform notwendig war. Doch mit den drastischen Eingriffen ist man sogar dem Fußball voraus. Das Weltturnier de facto gänzlich in fremde Investoren-Hände zu geben, dazu hat sich trotz Vorstößen von Gianni Infantino noch nicht einmal die Fifa durchgerungen. Dass man das Geld in die Jugend investieren will, sind nette Beteuerungen. Doch selbst wenn entsprechende Taten folgen, ist das zu kurz gedacht. Geld alleine macht keine Nachwuchsspieler, im Tennis noch weniger als im Fußball. Oft sind es die Erlebnisse stimmungsvoller Daviscup-Matches, die Kinder selbst zum Schläger greifen lassen. Dass es das kaum noch geben wird, ist ein hoher Preis - und wohl die schlechteste aller Nachrichten.