Refilwe Ledwaba ist eine Pionierin der Luftfahrt. Sie war die erste Schwarze, die in Südafrika einen Hubschrauber flog. Auch für die südafrikanische Polizei flog vor ihr noch nie eine Person ihrer Hautfarbe. Dabei hätten die äußeren Umstände niemals erahnen lassen, dass der heute 38-Jährigen dieser Weg vorherbestimmt war. Ledwaba stammt aus dem Township Lenyenye in Limpopo, einer der ärmsten Provinzen des Landes. Sie wuchs mit sechs Geschwistern bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf und träumte davon, Ärztin zu werden. Nach der Schule nahm sie einen Studienkredit auf und machte den Bachelor in Mikrobiologie und Biochemie an der Universität Kapstadt. Während ihrer Studienzeit bestieg sie zum ersten Mal in ihrem Leben ein Flugzeug, um von Johannesburg nach Kapstadt zu fliegen. Als sie sah, dass eine Frau im Cockpit saß, nahm ihr Leben eine Wendung. "Ich war inspiriert. Das war der zündende Funke für meine Liebe zum Fliegen", erzählte sie dem Frauennetzwerk "Now". Um nach dem Studium ihren Kredit zurückzahlen zu können, arbeitete sie als Stewardess. Ledwaba begann private Flugstunden zu nehmen. Das überschritt jedoch schon bald ihre finanziellen Möglichkeiten. Ihren Traum gab sie deswegen aber nicht auf. Sie machte sich auf die Suche nach einem Mäzen. "Ich habe etwa 200 Briefe geschrieben, an jede Firma, die mir in Südafrika eingefallen ist", sagte sie dem britischen Sender BBC. Zurückgemeldet hat sich die südafrikanische Polizei. Die bot ihr an, eine Ausbildung zur Helikopter-Pilotin zu zahlen und sie dabei zu unterstützen, eine Lizenz als Berufspilotin zu erhalten. Von da an nahm die Karriere ihren Lauf. Die 38-Jährige ist inzwischen nicht mehr bei der Polizei. Die Kapitänin ist Fluglehrerin und hat es sich dabei zur Aufgabe gemacht, besonders Mädchen fürs Fliegen zu begeistern. Sie ist Gründerin der Stiftung "Girl Fly Programme in Africa". Jahr für Jahr organisiert sie dabei Ausbildungslager, in denen Mädchen in Robotik und Aeronautik unterrichtet werden. Danach erhält jede Teilnehmerin eine Gratis-Flugstunde. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, Kohorten von neuen Pilotinnen ins Leben zu rufen. Vielmehr soll den Mädchen das Tor zur Welt der Wissenschaft und Technik geöffnet werden. "Sie sollen sich nicht notwendigerweise dafür entscheiden Pilotinnen zu werden, sondern junge Frauen voller Selbstvertrauen werden", erklärt Ledwaba. Bei soviel Engagement und Pioniergeist beim Fliegen war es nur konsequent, dass sie dieses Jahr das Stipendium in Gedenken an Amelia Earhart erhielt, die als erste Frau den Atlantik in einem Non-Stop-Flug überflog. Und wer weiß, vielleicht beschert Ledwabas Arbeit der Welt schon bald die nächste Flugpionierin.