Mittelschule - Neue Mittelschule - Mittelschule. Noten - schriftliche Beurteilung - Noten. Offenbar ganz nach dem Prinzip "trial and error" handelt die Politik, wenn es um die Bildung unserer Kinder geht. Schaut man sich das neue Pädagogikpaket der Regierung jedoch genauer an, scheint Ausprobieren und Fehler machen - zumindest für unsere Schüler - keine Option mehr zu sein. Fehler implizieren schlechte Noten und damit Sitzenbleiben. Das soll in Volksschulen wieder erlaubt sein. In Mittelschulen soll es auch wieder Leistungsgruppen geben, wodurch schubladenartig in gut und schlecht unterteilt wird. Wer Fehler macht, wird also bestraft.

Dabei ist "trial and error" genau eines jener Prinzipien, wonach Kinder lernen. Sie lernen, indem sie einige Schritte gehen, hinfallen und sich wieder aufrichten. "Eltern kämen wohl nie auf die Idee, ihren Kindern, nachdem sie zehnmal hingefallen sind, zu sagen: Du bist leider zu dumm zum Zweibeiner, du kommst in die Vierbeiner-Gruppe", meint etwa Bildungskritiker Andreas Salcher in seinem neuen Buch "Das ganze Leben in einem Tag". Die US-Reformpädagogin Helen Parkhurst hat schon vor hundert Jahren herausgefunden, dass Kinder besonders gut voneinander lernen - also im Team. Doch das Teamprinzip widerspricht wiederum dem erwünschten Prinzip der Leistungsbeurteilung des Einzelnen. Kinder lernen auch dann gerne, wenn sie den Sinn für sich sehen. Und das ganz nach dem Motto "Aufstehen - hinfallen - aufstehen".

Schade, wenn das sinnlos wäre.