"Das könnte Ihnen auch gefallen" ist ein prägender Satz unserer digitalen Ära. Big brother ist längst watching us, heißt es. Und wer sich im Internet und den Sozialen Medien bewegt, der kann schon paranoid werden. Auch wenn man sich manchmal fragt, ob das nicht besser ginge. Warum zum Beispiel bekommt man Produkte, die man ohnehin schon gekauft hat, immer wieder in seiner Timeline als Werbung angezeigt? Das ist ja wohl kaum ein Fortschritt und spricht nicht gerade für überragende künstliche Intelligenz.

Manchmal freilich erlebt man algorithmische Situationen, die einen gar zum Grübeln bringen. Wenn man davon ausgeht, dass die Techgiganten ohnehin schon alles über einen wissen, wie kann es dann zum Beispiel passieren, dass man bestimmte Posts, über die man schriftlich und mündlich (ja, seien wir da nicht naiv) seinen Unmut kundgetan hat, immer wieder angezeigt wird? Konkret: Wieso kann ein Foto von einer Spinne, einer wirklich fetten, haarigen, böse blickenden Spinne, immer wieder aufs Neue in der Timeline eines Spinnenphobikers auftauchen? Immer, immer wieder? Wo ist die verdammte Blase, wenn man sie mal brauchen würde?

Nun kann man sich damit trösten, dass das nur heißen kann, dass der Algorithmus doch viel blöder ist, als man in seiner Paranoia gemeinhin annimmt. Oder, und das sollte einem auch zu denken geben, der Algorithmus macht so etwas zu Fleiß. Bösartig-intrigante künstliche Intelligenz - das fehlt uns gerade noch.