Tamara Arthofer ist Leiterin des Sport-Ressorts der "Wiener Zeitung".
Tamara Arthofer ist Leiterin des Sport-Ressorts der "Wiener Zeitung".

Was ist eines der untrügerischsten Zeichen, dass im Fußball die Ablöse eines Trainers nicht mehr lange auf sich warten lässt? Richtig: Wenn sich der Verein demonstrativ hinter ihn stellt. Von dort ist es schließlich viel einfacher, jemandem das Hackl ins Kreuz zu hauen. Nach dieser Logik bedeuten die Treuebekundungen Real Madrids für Julen Lopetegui sowie Manchester Uniteds für José Mourinho kaum etwas, zumindest nichts Gutes für die beiden. Während sich Lopetegui in der Champions League mit dem 2:1 über Pilsen vorübergehend Luft verschafft hat, gerät Mourinho nach dem 0:1 gegen Juventus immer mehr unter Druck. Die Misere der Vereine, die in ihrer nationalen Meisterschaft nur auf dem siebenten beziehungsweise zehnten Platz liegen, hat die Gerüchte befeuert - und ein bemerkenswertes zu Tage gefördert: Laut spanischen Medien soll Mourinho, der dies freilich bestreitet, mit den Madrilenen in Kontakt bezüglich einer möglichen Rückkehr sein. Nun mag die Verpflichtung Lopeteguis ein Missverständnis gewesen sein. Schon die Bekanntgabe zwei Tage vor dem WM-Auftakt des von ihm betreuten spanischen Nationalteams samt seiner darauffolgenden Absetzung von diesem Amt war höchst unglücklich. Doch ein Missverständnis wird selten besser, wenn man es durch ein anderes ersetzt. Denn Mourinho hatte seine Zeit in Madrid (2010 - 2013), geblieben sind neben je einem Titel in der Copa, der Liga und im Supercup sowie drei Champions-League-Halbfinali vor allem Unstimmigkeiten. Und auch in der Gerüchteküche sollte man bedenken, dass aufgewärmt nur ein Gulasch gut schmeckt.