In Zeiten wie diesen kann man es einem schwer zum Vorwurf machen, sich an jedes noch so kleine Stück Hoffnung zu klammern. Zu überwältigend ist die Lawine an schlechten Nachrichten vor allem aus der Wirtschaft.

Mit der Corona-Krise sei "der größte Meteorit im Wirtschaftsleben seit 1946" eingeschlagen, sagte Vizekanzler Werner Kogler am Mittwoch, als das Arbeitsmarktservice einen historischen Rekordstand von 562.000 Arbeitslosen für die Zweite Republik vermeldete. Und tatsächlich mag man sich nicht vorstellen, was wäre, wenn auch die 250.000 in Kurzarbeit arbeitslos wären. Wobei es mit Gewissheit noch weiter nach oben gehen wird.

Was einen ein bisschen Zuversicht schöpfen lässt, sind jene 40 Prozent, die im Zuge der Corona-Krise ihren Job verloren, aber bereits eine Wiedereinstellungszusage in der Tasche haben, sobald die Wirtschaft wieder läuft. Je später es dazu kommt, desto exponentieller wird der volkswirtschaftliche Schaden ausfallen. Eine Pause von einigen Wochen ist verkraftbar, ein längerer Stillstand würde zu massiven Folgeschäden führen.

Für den Moment muss, neben der Bekämpfung des Virus, das Ausrollen des 38-Milliarden-Euro-
Hilfspakets Priorität haben. Doch es braucht zugleich einen Plan, wie die Wirtschaft schrittweise wieder Fuß fassen kann.

Dass die Regierung aktuell vor allem über die erste Herausforderung redet und die zweite kommunikativ weit von sich schiebt, ist durchaus vernünftig: Solange das Schlimmste, die Überlastung des Gesundheitssystems, nicht ausgeschlossen werden kann, ist es kontraproduktiv, über optimistischere Szenarien auch nur laut nachzudenken.

Doch besser früher - letztes April-Drittel, Anfang Mai - als später muss die Regierung ein Konzept präsentieren, wie die Wirtschaft wieder hochgefahren werden soll. Dazu gibt es auch bereits Andeutungen, etwa dass die Geschäfte von Handel und Gewerbe als Erste an die Reihe kommen, die Unis das Sommersemester quasi abgeschrieben haben und die Schulen sondieren, wie doch noch vor den Sommerferien ein rudimentärer Regelunterricht starten kann.
Bau und Industrie sind schon im Comeback-Modus. Tiefschwarz schaut es für Gastgewerbe und Tourismus aus.

Kommunikativ ist die Regierung in das Gebot, künftig Masken zu tragen, eher hineingestolpert. Die vermeintliche Verschärfung könnte sich in einigen Wochen aber als Einstieg in den Krisenumstieg erweisen: Geöffnete Geschäfte, Büros, Fabriken, Baustellen, Ämter, und alle tragen Maske. Doch noch bleibt Zeit, sich an diese seltsame Zukunft zu gewöhnen. Sofern die Worst-Case-Szenarien ausbleiben.