14. April, am Tag nach Ostern, soll das öffentliche Leben in Österreich nach fast einem Monat Lockdown eine - wenn auch hauchzarte - Auferstehung feiern.

Damit nach Ostern ein Leben in der "neuen Normalität" wieder möglich ist, müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt werden:

Kontaktreduzierung und das Tragen von Masken.

Der Aufbau eines effizienten Test-, Tracing-, Tracking- und Quarantänesystems: Corona-Infizierte müssen rasch getestet werden, ihr Weg muss rückverfolgt und mögliche Ansteckungs-Opfer müssen identifiziert werden - möglichst, bevor diese Sars-CoV-2-Virus-Träger ihrerseits weitere Menschen anstecken. Alle positiv für Covid-19 getesteten Personen müssen dann in Quarantäne - möglichst so, dass sie keine Personen, die mit ihnen im selben Haushalt leben, anstecken.

Und um das zu beschleunigen, muss ein digitales Immunsystem entstehen: Die Stopp-Corona-App des Roten Kreuzes ist ein erster Ansatz. Eine Handy-App bietet die Chance, dass man der Ausbreitung des Virus Schritt halten kann. Im Idealfall verständigt eine derartige App bei einem gemeldeten Covid-19-Verdacht nicht nur jene Kontakte, mit denen man einige Zeit auf engerem Raum zusammen war und die man vielleicht gar nicht persönlich kennt, über ein mögliches Infektionsrisiko, sondern die App alarmiert zeitgleich Teams, die dann rasch zu all diesen Verdachtsfällen eilen, um zu testen. Schließlich könnte die App sicherstellen, dass eine im Falle eines positiven Tests verhängte Quarantäne eingehalten wird.

Datenschützer und Grundrechts-Experten haben ernst zu nehmende Einwände - schließlich greift eine solche App in die höchstpersönlichen Lebensbereiche ein und sammelt super-sensible Daten. Daher ist es vernünftig, wenn eine solche App vom Roten Kreuz - einer höchst angesehenen NGO, die das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger genießt - betrieben wird. Eine europäische App ist notwendig, um zumindest in Europa eines Tages wieder Reisefreiheit wiederherzustellen. Anderseits empfiehlt sich größte Transparenz beim Code, ein Hosting der Daten im EU-Raum und die Schaffung eines Daten- und Grundrechtsrates, bei dem Datenschützer und Bürgerrechtsanwälte mitwirken und der darüber wacht, dass bei der App und beim Umgang mit Daten im Zusammenhang mit der Covid-19-Abwehr alles mit rechten Dingen zugeht.

Mit einer App kann in den kommenden Monaten mit chirurgischer Präzision gegen ein Wiederaufflammen von Sars-CoV-2 vorgegangen werden und man kann hoffentlich auf Radikalmaßnahmen wie in den vergangenen Wochen verzichten. Eine App ist bei der Gefahrenabwehr das gelindere Mittel.