Vor 75 Jahren haben die Amerikaner die Atombombe über Hiroshima gezündet und mit einem Schlag 70.000 Menschen getötet. Die USA betrieben in den Jahrzehnten danach einen großen Aufwand, um die Wahnsinnstat plausibel zu machen. So sei der Abwurf erfolgt, um den Krieg abzukürzen und hunderttausenden US-Soldaten das Leben zu retten. Dieses Argument kam erst nach 1945 auf, während des Krieges wurde es nicht verwendet.

Der Atombombeneinsatz in Hiroshima war ein Kriegsverbrechen, das macht schon der Umstand deutlich, dass bewusst fast nur Zivilisten vernichtet wurden. Als am 9. August 1945 eine zweite Bombe auf Nagasaki niederging, wollten die USA den Druck auf Japan weiter erhöhen. Daneben sollte die Wirksamkeit von Plutonium im Vergleich zu Uran getestet werden. General Curtis Le May, damals Kommandeur der US-Bomberflotte, stellte nach 1945 fest, dass er wohl als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt worden wäre, hätten die USA den Krieg verloren.

1945 forschten die Nazis und die Sowjets an der Atombombe. Dass es beim Bau der Massenvernichtungswaffe einen Wettlauf zwischen den USA und Hitler-Deutschland gegeben hat, ist ebenfalls Teil der US-Propaganda, um den enormen Aufwand, mit dem die Bombe entwickelt wurde, zu rechtfertigen.

Seit den Abwürfen in Hiroshima und Nagasaki muss die Menschheit mit der permanenten atomaren Bedrohung leben. Im Kalten Krieg kam es tatsächlich zu einem Rüstungswettlauf zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, ein "Gleichgewicht des Schreckens" verhinderte, dass es zur Katastrophe kam.

Seit Hiroshima sind Massenvernichtungswaffen Teil unserer Realität und die Menschheit ist zu permanenter Wachsamkeit und Nervosität verdammt. Vor wenigen Tagen warnte die UNO, dass die unberechenbare Steinzeit-Diktatur Nordkorea "wahrscheinlich" im Besitz von kleinen nuklearen Sprengköpfen ist, die in ballistische Raketen passen. Pjöngjang hat sein Atomwaffenprogramm offenbar trotz aller internationaler Sanktionen vorantreiben können. US-Präsident Donald Trump soll nach seiner Amtsübernahme erwogen haben, Atomwaffen vor der Küste Nordkoreas einzusetzen, um seinen Gegenspieler Kim Jong-un zu beeindrucken und für Argumente aus Washington zugänglicher zu machen. Menschen sollten dabei nicht zu Schaden kommen, ein Tabubruch mit nicht abschätzbaren Folgen wäre es dennoch gewesen. Immerhin hätte Kim an einen ernst gemeinten Angriff glauben und zum Gegenschlag ausholen können.

Atomwaffen bleiben brandgefährlich.