Freitesten gescheitert. Lockdown eine Woche verlängert. Covid-19-Impfkampagne läuft nur schleppend an. 7-Tage-Inzidenz weiterhin viel zu hoch.

Bei einem 7-Tage-Inzidenzwert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner gilt die Epidemie als einigermaßen beherrschbar, der Wert liegt aber in Österreich bei derzeit 169,1 Fällen pro 100.000 Einwohner. In Wien ist der Wert mit 118 Fällen pro 100.000 Einwohner am niedrigsten, in Salzburg liegt er bei 352,1 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Das sind bereits vier sehr, sehr schlechte Nachrichten.

Die fünfte - niederschmetternde - Nachricht ergibt sich aus dem Infektionsgeschehen, das in Österreich nicht unter Kontrolle ist: Die Übersterblichkeit lag am 20. Dezember 2020 um 55 Prozent über der des Vorjahres, weit höher als in Deutschland, Schweden, den USA oder Großbritannien. Viel zu viele Menschen in Österreich sterben an Covid-19.

Die Lage in Österreich ist ernst. Sehr ernst. Und bevor sie sich - dank Impfung - bessern wird, könnte der mutierte - noch gefährlichere - Covid-19-Virusstamm in den nächsten Monaten alles noch viel schlimmer machen. Dieser Stamm hat Österreich bereits erreicht.

Von Anfang an war glasklar: Für alle Institutionen dieser Republik - egal, ob auf Gemeinde-, Bezirks-, Landes- oder Bundesebene - gibt es derzeit keine wichtigere Aufgabe als die Bekämpfung des Virus. Vom Erfolg im Kampf gegen Sars-CoV-2 hängt alles andere ab: Ob Schülerinnen und Schüler die Bildungseinrichtungen besuchen können, ob die Wirtschaft sich erholt, ob das Kulturleben wiedererwacht und ein halbwegs normales Leben möglich wird.

Stattdessen: Es mangelt immer noch an Koordination und Kooperation zwischen den unterschiedlichen Ebenen der Verwaltung (Stichwort: Föderalismus). Das Fehlen von Datentransparenz ist frustrierend, das gestörte Gesprächsklima zwischen Regierung und Opposition offenkundig. Auch wenn man konzedieren muss, dass der Dialog dadurch erschwert wird, dass der Aluhut bei der FPÖ zur Trend-Kopfbedeckung wurde.

Es sind noch lange, dunkle Monate, bis das wärmere Frühlingswetter eine erste Marscherleichterung auf dem Weg in die Zielgerade bringen wird.

Zu lange hat Österreich sich auf den Lorbeeren der vergleichsweise guten Performance bei der ersten Welle im März 2020 ausgeruht. Nun braucht es eine neue Generalmobilmachung im Kampf gegen Sars-CoV-2 und wieder mehr Leadership von der Regierungsspitze.

Wenn die Pandemie erst überstanden ist, wartet die nächste große Aufgabe auf die Regierenden: die Institutionen der Republik krisenfester und handlungsfähiger zu machen.