Die Schlagzeilen zum Klimawandel im Allgemeinen und dem jüngsten Bericht des Weltklimarats IPCC im Besonderen sind nichts für Zartbesaitete: "Alarmstufe Rot für die Menschheit" (OÖN), "Es wird noch schlimmer" ("Wiener Zeitung"), "Der Klimawandel ist verheerend - und menschengemacht" ("Zeit"), und die "FAZ" teasert eine Reportage über Louisiana mit "Wer nicht gerade geboren wird, stirbt" als Titel an. Und die Bildsprache der von einer bereits begonnenen Apokalypse erzählenden Fotografien auf zahllosen Titelseiten hat einen noch unmittelbareren Effekt.

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Der Klimawandel dominiert die öffentliche Debatte wie kein anderes Thema, wenn man von der weltweit grassierenden Corona-Pandemie absieht. Jetzt geht es darum, mit dem Bewusstsein auch das Verhalten von Milliarden Menschen zu verändern. Mit Zwang allein ist dies nicht zu schaffen, schon gar nicht in all jenen Staaten, wo die Politik auf die Zustimmung der Menschen angewiesen sind.

Man sollte sich von der Lautstärke der Schlagzeilen und den drastischen Bildern auf allen Kanälen aber nicht täuschen lassen: Die Geschichte der modernen Massenmedien hat genügend Beispiele parat, wo die getrommelten Botschaften an den Menschen abperlen. Die Wucht von Facebook, Instagram und TikTok hat das Beziehungsdrama zwischen Mensch und Medien weiter verkompliziert, zumal es nicht länger vorrangig um Info-Eliten geht, sondern um die größtmögliche Zahl an Menschen.

Deshalb sind Zweifel angebracht, ob immer drastischere Botschaften tatsächlich so verhaltensändernd wirken, wie sie sich verkaufen und vermarkten. Arnold Schwarzenegger, der soeben das Cover der Österreich-Ausgabe des "Spiegels" zierte - Marke Öko-Terminator mit grüner Spielzeugwaffe -, hält die Kommunikationsstrategie beim Klimawandel für verfehlt, weil sie nur schwarzmale und nicht die Möglichkeiten jedes Einzelnen ins Zentrum stelle.

Jetzt werden etliche sagen: "Was weiß schon der Schwarzenegger!", aber der Hollywoodstar und Ex-Gouverneur erreicht mit seinen Botschaften eine enorme Anzahl von Menschen, die einen Tobsuchtsanfall bekommen, wenn sie Greta Thunberg hören oder sehen. Ohne, dass auch diese Menschen ihr Verhalten verändern, werden sich die Klimaschutzziele nicht erreichen lassen. Dabei nur auf die Politik zu setzen, könnte ebenfalls zu kurz greifen. Parteien können selten der Versuchung widerstehen, freie Stimme einzusammeln.

Wir stehen also erst am Anfang im Kampf gegen den Klimawandel, auch was das Reden und Politisieren darüber angeht.