Papst Franziskus sprach in seiner Weihnachtsbotschaft von der Notwendigkeit der Überwindung der "Diktatur des ich", die es zu bekämpfen gelte, um die Harmonie in der Familie zu bewahren. 

"Die Diktatur des Ich" ist es auch, die die westliche Gesellschaft bedroht, das ist seit dem Beginn der Pandemie besonders anschaulich zu besichtigen. Während von Taipeh bis Tokio, von Shanghai über Seoul bis Singapur es schon lange vor dem Jahr 2020 zum guten Ton gehörte, beim leisteten Anzeichen einer Verkühlung nur mit Maske in öffentliche Verkehrsmittel zu steigen, gab es in der Pandemie von Los Angeles bis Lyon und von Berlin bis Wien Proteste gegen diese Schutzmaßnahme. Die Kontaktbeschränkungs-Verordnungen des Gesetzgebers wurden von denselben Menschen mit wütenden "Diktatur"-Protestrufen quittiert, die im Krankheitsfall wie selbstverständlich erwarten, dass sich die nach zwei Jahren Pandemie total erschöpften Pflegekräfte und Ärzte voller Aufopferung um sie kümmern. 

Beobachtern aus Ostasien ist dieses Verhalten der Europäer und Nordamerikaner kaum zu erklären. 

Es ist hoch an der Zeit, dass der Westen beginnt, von Ostasien zu lernen: Gemeinsinn, kollektives Handeln, Sinn für Naturwissenschaften und rationales Entscheiden sind in der neoliberalen und egomanischen Epoche des "ich, ich, ich" in den Hintergrund getreten. Es ist Zeit, die Diktatur des Ich zu beenden.