2021. Was für ein Jahr. Aber auch in den kommenden Monaten wird das Sars-CoV-2-Virus die Welt weiter beschäftigen, auch wenn die Hoffnung aufkeimt, dass 2022 das Jahr sein wird, in dem die Pandemie zur Endemie mutiert und von einer globalen Gesundheitskrise historischen Ausmaßes zu einer beherrschbaren Herausforderung wird.

Der Planet Erde bleibt dennoch ein gefährlicher Ort: Die Klimakrise - derzeit mit Temperaturen wie im Frühling - wird immer dramatischer, an vielen Orten der Welt sind die Lebensumstände so trist, dass die Menschen nur in Flucht und Migration eine Zukunft für sich und ihre Kinder sehen. Das demokratische Regierungsmodell bleibt in Gefahr, und das Risiko bewaffneter Konflikte steigt mit dem zunehmend intensiver werdenden neuen Blockkonflikt zwischen dem neuen Ostblock China und Russland einerseits sowie den USA und einzelnen europäischen Staaten andererseits.

Ende des Jahres wird Xi Jinping beim 20. Nationalkongress der Kommunistischen Partei Chinas für eine dritte Fünfjahresperiode als Staatschef bestellt werden - damit ist er Chinas mächtigste Führungsfigur seit 1976, als Mao Zedong starb. Doch wer kommt danach? (Diese Frage stellt sich auch für die Zeit nach Wladimir Putin.)

In den USA werden die Republikaner bei den wichtigen Zwischenwahlen im November vermutlich fünf Sitze im Repräsentantenhaus dazugewinnen, und zwar alleine dadurch, dass sie die Grenzen der Wahldistrikte völlig willkürlich gezogen haben. Interessant wird auch zu beobachten, welche Macht und Bedeutung Donald Trump weiter für die Republikaner haben wird.

Im Oktober werden die Augen der Welt auf Brasilien gerichtet sein: Gelingt es dem Trump-Protegé Jair Bolsonaro, als Präsident an der Macht zu bleiben, oder kehrt der ehemalige sozialdemokratische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zurück und beendet den Bolsonaro-Spuk?

Für Afrika wiederum ist neben der Covid-Krise eine immer heftiger auflodernde Terrorbedrohung Grund zur Sorge.

Das wohl wichtigste Datum im europäischen Wahlkalender sind die Wahlen in Frankreich: Der neo-gaullistische Amtsinhaber Emmanuel Macron stellt sich seinen Rechtsaußen-Kontrahenten Marine Le Pen and Éric Zemmour und der Konservativen Valérie Pécresse. Die Linke versucht zwar, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen, bisher allerdings ohne Erfolg. Der Wahlgang in Ungarn wird ebenfalls mit Spannung erwartet: Die Oppositionsparteien haben sich zusammengeschlossen, um gegen den immer autoritärer agierenden Anti-Europäer Viktor Orbán siegen zu können.

Auch 2022 ist nur eines sicher: dass nichts sicher ist.