Vieles spricht dafür, dass der staatliche Einfluss auf die Geschicke der Telekom Austria spätestens in zehn Jahren Geschichte sein wird, wenn der nun geschlossene Syndikatsvertrag mit dem mexikanischen Investor ausläuft.

Ob dies gut oder schlecht ist, lässt sich abschließend wohl erst dann beurteilen. Sicher ist nur, dass das Vorgehen der Verstaatlichten-Holding ÖIAG samt deren Aufsichtsrat der praktischen Umsetzung der Theorie vom Prozess der schöpferischen Zerstörung sehr, sehr nahe gekommen ist. Nur eben in anderer Form, als dies der Ökonom Joseph Schumpeter beschrieben hat.

Am Nutzen des Staats als Unternehmer scheiden sich seit Beginn des modernen wirtschaftlichen Denkens die Geister. Letztgültig beweisen lassen sich Konzepte wie die zwingend segensreiche Wirkung der unsichtbaren Hand des Marktes nicht. Entweder man glaubt daran - oder eben nicht.

Wenn der Staat als Eigentümer aber so chaotisch agiert, wie dies nun bei der Telekom der Fall war, kann man einem Unternehmen, das sich am freien Markt behaupten muss, nur wünschen, dass es sich von diesen Fesseln befreit. Das Schlimmste für ein Unternehmen und seine Mitarbeiter ist ein Eigentümer, der seiner unternehmerischen Verantwortung nicht nachkommt. Etwa, weil - wie es offensichtlich jetzt bei der Telekom der Fall ist - zwei Koalitionspartner zwei miteinander unvereinbare Strategien für das Unternehmen verfolgen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Konzern, der durch solche Auseinandersetzungen gelähmt ist, zum Übernahmekandidaten mutiert oder überhaupt vom Markt verschwindet.

Wenn die öffentliche Hand auf dem Markt als Unternehmer auftritt, dann mit klar definierten strategischen Interessen, was dem jeweiligen Konzern die Umsetzung eines stichhaltigen, am Markt erfolgreichen unternehmerischen Konzeptes ermöglicht - ja wenn möglich sogar erleichtert. Jahrelange Hängepartien um den künftigen Weg eines Unternehmens sind nicht nur verantwortungslos gegenüber den betroffenen Mitarbeiten, sondern zudem eine bewusste Schädigung der Interessen der Bürger, um deren Eigentum es schließlich geht.

Man hätte eigentlich vermuten dürfen, dass die leidensreiche Geschichte der Verstaatlichten in den 1980er Jahren die Politik klüger gemacht hat. Das ist offensichtlich nicht der Fall.