"You break it, you own it" - so lautet zumindest im US-Jargon die Regel im Porzellan-Laden. Übersetzen könnte man diesen Satz ungefähr so: "Wenn du’s brichst, gehört’s dir", und man muss den Preis für die zerbrochene Ware bezahlen. Was dieser Spruch mit dem Irak zu tun hat? Ziemlich viel. Denn US-Präsident Barack Obama trat im Irak das schwere Erbe der desaströsen Irak-Politik seines Vorgängers George W. Bush an, der mit der Invasion im Irak und vor allem mit der dilettantischen Nachkriegsplanung im Nahen Osten die Büchse der Pandora öffnete. Doch Obama - der sich schon als US-Senator gegen diesen Krieg gestellt hat - hatte den Abzug aus dem Irak versprochen.

Aber trägt Obama nicht an der chaotischen Lage im Land Mitverantwortung, vor allem mit seiner Weigerung, zumindest eine kleine US-Truppenpräsenz im Land zu belassen? Falsch. Neben George W. Bush ist der irakische Präsident Nuri al-Maliki einer der Hauptverantwortlichen. Er hat Obama ein Stationierungsabkommen verweigert und er war es, der mit seiner strikt pro-schiitischen Politik die Sunniten, die nun den Vormarsch der radikalen und überaus brutalen Isis-Milizen unterstützen, wieder und wieder vor den Kopf gestoßen hat. Weitere Schuldige: Die golf-arabischen Staaten und verbohrte Jihadi-Bewunderer am Golf, die Isis zumindest anfänglich finanziell unterstützt haben. Für sie sind die terroristischen Gruppen, die im Irak - aber auch in Syrien - agieren, nichts weiter als brutale und gewissenlose Handlanger in einem Stellvertreter-Krieg gegen den Iran.

Der Krieg in Syrien ist längst übergeschwappt und die Konturen der Grenzen im Nahen Osten sind endgültig verwischt: Wo der Bürgerkrieg in Syrien aufhört und jener im Irak beginnt, ist längst nicht mehr klar. Die Welt muss sich auf einen langen Krieg in der Region einstellen.

Als historisches Vorbild taugt am besten der 30-jährige Krieg, der zwischen 1618 und 1648 in Europa tobte. Das Haus Habsburg und Frankreich rangen um die Vorherrschaft in Europa, gleichzeitig entlud sich ein Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten.

Letztlich haben wir es mit einem kontinuierlich andauernden Konflikt vom ersten Golfkrieg, der ab 1980 zwischen Irak und Iran tobte, bis zu den heutigen Stellvertreterkriegen in Syrien und Irak zu tun.

Doch seit 1980 sind bereits mehr als dreißig Jahre vergangen und die Hoffnung auf Frieden in der Region ist ferner denn je.