Als Leonid Breschnew Weihnachten 1979 sowjetische Truppen nach Afghanistan einmarschieren ließ, machte er einen großen Fehler: Die USA, Pakistan und Saudi-Arabien verschworen sich gegen Moskau und schickten ihm die Mudschahedin an den Hals, opferbereite Dschihadisten, die die Rote Armee derart bedrängten, dass Michail Gorbatschow 1991 entnervt das Handtuch warf und den Abzug befahl.

Das brachte zwar Afghanistan die Freiheit und war wohl auch ein Mosaikstein im Sieg des Westens im Kalten Krieg, das Land am Hindukusch wurde dann aber für Jahre in einem grausamen Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Mudschahedin-Fraktionen zerrissen.

Am 11. September 2001 mussten dann auch die USA erfahren, welch schreckliches Monster sie in Afghanistan mitgezüchtet hatten, als 19 vom saudi-arabischen Afghanistan-Veteranen Osama Bin Laden angestiftete Al-Kaida-Selbstmordattentäter Flugzeuge ins World Trade Center in New York und ins Pentagon steuerten. Vor allem aber hätten an diesem 11. September in den Hauptstädten der Arabischen Welt die Alarmglocken schrillen müssen. 15 der 19 Entführer waren aus Saudi-Arabien, aber alles, was das ölreiche Königreich nach den Anschlägen unternahm, war eine PR-Kampagne in eigener Sache und die Ankündigung von zaghaften, vorsichtigen Reformen.

Doch anstatt Lehren aus der furchtbaren Lektion des 11. September zu ziehen, setzen Spender in arabischen Golfstaaten, allen voran Katar und Saudi-Arabien, weiter auf Terrorgruppen zur Beförderung ihrer politischen Ziele. Im gegenwärtigen Konflikt im Nahen Osten geht es um einen Stellvertreterkrieg gegen den Iran auf dem Territorium Syriens und des Irak mit den nützlichen Idioten der IS in der Rolle der willfährigen Erfüllungsgehilfen.

Das ließ man sich bisher in den Ländern am Golf einiges kosten, die Terror-Organisation Islamischer Staat (IS, vormals Isis) hat von dort — zumindest anfangs – großzügige Unterstützung erfahren. Wenn man aber in Riad, Jeddah, Dubai und Doha der Meinung ist, dass der Blowback diesmal ausbleibt, dann täuscht man sich. Die Dschihadisten der IS, die das Handwerk des Tötens in Syrien und dem Irak ausgeübt haben, werden ihr schreckliches Können nach Hause mitnehmen. So leicht wird man die Geister, die man rief, nicht los. Es ist daher im eigenen Interesse der Könige und Emire am Golf, dem Treiben der IS ein Ende zu setzen.