- © apa/Helmut Fohringer
© apa/Helmut Fohringer

Das Asylquartier
von Drasenhofen

Ich kenne die Asylunterkunft von Drasenhofen nicht. In den Meldungen darüber sehe ich mehr die Absicht, sich zu alterieren, als die Bereitschaft, sachlich zu informieren. Beim vorliegenden Themengemenge misstraue ich den Gutmenschen im gleichen Maß wie den Schlechtmenschen.

Aber ich erkenne auf den Pressefotos der Unterbringung Drasenhofen einen Hochbau mit viel Glas, umgeben von einem Zaun - ungeschaut ein Erholungsheim im Vergleich zu jener Ex-SS-Kaserne, in der ich als 31-jähriger unbescholtener Bürger neun Monate lang den Dienst für das Vaterland zu erbringen hatte! Mit zwölf Mann auf der Stube, selbstverständlich kein Ausgang ohne ausdrückliche Erlaubnis für die Grundwehrdiener, bei Entfernung von der Truppe Bau, im Einzelfall bis hin zu Einzelhaft.

Wenn also ein Wiener Rechtsanwalt zur Causa Asylunterkunft in Drasenhofen beantragt, ein Verfahren wegen Freiheitsentziehung und wegen Missbrauchs der Amtsgewalt ins Auge zu fassen, und das international anerkannte Menschenrecht dazu strapaziert, dann möge er die Verjährungsmodalitäten überprüfen und gleich einmal gegen die Verteidigungsminister der vergangenen Legislaturperioden in Aktion treten.

Werner Stanzl,

per E-Mail

Wirtschaftswachstum
oder Klimaschutz?

Wenn wir uns an die Prognosen des Club of Rome erinnern, stoßen wir auf die Erklärung, dass um die Jahrtausendwende Rohstoffe, die für das Wirtschaftswachstum essenziell sind, zu Ende gehen würden. Außerdem vermutete man, dass die Produktion von elektrischer Energie nach der Jahrtausendwende nicht mehr um 1 Prozent jährlich wachsen könne. Das tut sie aber bis heute, und zwar um 27 Prozent seit 2000.

Wenn wir nun vor der Alternative stehen, auf Wirtschaftswachstum zu verzichten oder die Klimakatastrophe zu befördern, wie sollen wir entscheiden? Die Europäische Union braucht Wachstum, um ihre Sozialsysteme erhalten zu können, und will auch einen Plan für Afrika entwickeln, um dort die katastrophale Armut zu bekämpfen. Und da kann ich mir nicht vorstellen, wie das ohne Wirtschaftswachstum möglich ist.

So gesehen, bin ich ganz bei Bruno Kreisky. Einige Tonnen CO2-Gase verursachen mir weniger schlaflose Nächte als Millionen, die am Rande des Hungertodes vegetieren.

Dr. Heinz Kienzl,

per E-Mail