Plastiksackerl sollen ab 2020 in Österreich verboten sein. - © apa/Helmut Fohringer
Plastiksackerl sollen ab 2020 in Österreich verboten sein. - © apa/Helmut Fohringer

Das Plastiksackerl-Verbot
ist eine Alibi-Aktion

Sehen wir einmal davon ab, dass Österreich 300.000 Tonnen Plastikmüll pro Jahr erzeugt, wobei der Anteil der Einwegplastiksackerln etwa 5000 Tonnen beträgt, also nicht einmal 2 Prozent. Plastik ist ein Nebenprodukt der Mineralölverarbeitung. Was geschieht mit diesem Nebenprodukt, wenn es nicht wie derzeit verarbeitet wird? Und wie können wir mit den restlichen 98,5 Prozent (!) umgehen?

Es ist sicher gut und wichtig, dass Österreich entsprechende Schritte im Sinne des Klimaschutzes setzt. Aber genügen Österreich und ein paar andere Länder in einer globalisierten Welt? Sehen wir daher ein Plastiksackerl-Verbot als wichtige Meinungsbildungsmaßnahme, seien wir uns aber bewusst, dass das Gesamtproblem nur global zu lösen wäre - und hier sind leider große Zweifel angebracht!

Günter Braun,

1020 Wien

Zum Gastkommentar von
Ingrid Thurner, 29. November

Ein Kopftuchverbot hilft
bei der Emanzipation

Beim Lesen dieses Artikels fiel mir eine Tatsache wieder auf: Wenn es um Frauenthemen geht, wenn Frauen sich gegenseitig unterstützen, sich solidarisch zeigen sollten, geschieht genau das Gegenteil: Sie stehen einander im Weg, sie behindern einander. Ingrid Thurner bringt Pseudoargumente vor, die von kritischen, engagierten und mutigen Musliminnen und Muslimen schon längst widerlegt sind.

Warum gönnt sie den Musliminnen nicht die Emanzipation, die Befreiung von Zwängen und überholten Traditionen? Das Kopftuch ist ein Zeichen der Unterdrückung, ein Zeichen für ein Geschöpf zweiter Klasse, und degradiert die Trägerinnen zu Sexualobjekten.

Daher ist es wichtig, in Österreich allen Frauen die Chance zu geben, aus diesem Teufelskreis auszubrechen um die Gleichstellung zu den Männern erreichen zu können. Damit kann nicht früh genug begonnen werden. Es ist wichtig, für alle Kinder optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, um sie fördern und unterstützen zu können. Aufklärung der Eltern und Überzeugungsarbeit sind gut, aber, wie sich zeigt, nicht ausreichend. Gebote und Verbote helfen, den Prozess der Emanzipation und Integration zu beschleunigen und durchzusetzen. Das gelingt umso besser, wenn bei Nichtbeachtung der Gebote und Verbote Konsequenzen drohen.

Irmgard Otepka,

1130 Wien

Die Neuregelung der Mindestsicherung
Die neue Mindestsicherung ist der richtige Schritt, um eine Ungerechtigkeit, die durch falschverstandene Solidarität entstanden ist, endlich abzuschaffen. Mit der Reform der Mindestsicherung werden künftig jene unterstützt, die wirklich Hilfe brauchen. Das gilt vor allem für alleinerziehende Mütter, Menschen mit Behinderungen und Pflegebedürftige.

Die Mindestsicherung soll nicht wie bisherdie Arbeitslosigkeit fördern, sondern muss Ansporn sein, arbeiten zu gehen. Wer arbeitet, muss etwas davon haben. Der Sozialstaat muss finanzierbar bleiben und nicht von Nutznießern ausgehöhlt werden. Warum sollte die Mindestsicherung gleich hoch sein, egal ob jemand jahrzehntelang in das Sozialsystem eingezahlt oder nichts für die Allgemeinheit beigetragen hat?

Kurt Gärtner,

4600 Wels

Österreich gewährt eine
hohe Mindestsicherung

Wenn über die Höhe der Mindestsicherung in Österreich diskutiert wird, sollt man wissen, was andere Länder diesbezüglich zahlen.

Also: In Österreich bekommen Alleinstehende rund 860 Euro, Paare mit zwei Kindern 1800 Euro (Wien). In Frankreich erhalten Alleinstehende 545 Euro, Paare mit zwei Kindern 1145 Euro. Griechenland zahlt 200 Euro pro Person, aber maximal 900 Euro. In Deutschland erhalten Alleinstehende 416 Euro und erhält ein Paar mit zwei Kindern 1280 Euro, dazu allerdings Zuschüsse für Wohnen und Heizen. In Großbritannien sind die entsprechenden Beträge 320 Euro und 1100 Euro. In Spanien, wo zusätzlich Voraussetzungen erfüllt werden müssen, erhält ein Alleinstehender 450 Euro.

Man sollte sich bewusst sein, welchen Pull-Faktor hohe Geldleistungen für Asylanten bedeuten. Österreich ist da wieder einmal Spitze!

Peter F. Lang,

per E-Mail