Europa muss Afrikas Landwirtschaft fördern

Die Bevölkerungszahl Afrikas nimmt rasch zu. Nach einer Untersuchung der UNO wird sie sich bis 2050 auf 2,5 Milliarden verdoppeln. Was wir heute an Zuwanderung aus Afrika erleben, ist nur die Vorhut einer Wanderungsbewegung nach Europa, die in Gang kommen wird, wenn es nicht gelingt, für passende Arbeitsplätze in Afrika zu sorgen. Den europäischen Regierungen ist klar, dass diesbezüglich etwas geschehen muss, er fehlen aber konkrete Pläne.

Aussichtsreich ist eine Verbesserung der afrikanischen Landwirtschaft. Ihre Wertschöpfung wäre sechsmal so groß, wenn sie europäischen oder nordamerikanischen Maßstäben entspräche. Ihre Verbesserung durch bevorzugte Lieferung von Arbeitsmaschinen und Kunstdünger sowie Abnahmeverpflichtungen für bestimmte Produkte wäre zielführend.

Solche Maßnahmen sind nicht nur zur Abwendung der befürchteten Migration nützlich, sondern würden zugleich enorme Mengen an Kohlendioxid binden. Abnahmegarantien zu kostendeckenden Preisen sind für biologische Energieträger wie Ethanol (nach brasilianischem Vorbild aus Zuckerrohr) oder Ölprodukte angebracht. Die Mittel dazu können aus zukünftigen Steuern auf fossile Energieträger (Kohle, Erdöl- und Erdgas) kommen. Es liegt ja in der vielbeschworenen Absicht, die CO2-Emisson zu reduzieren.

In aller Welt entstehen derzeit Unternehmen zur Gründung von Jatropha-Plantagen: Jatropha ist eine Ölpflanze, die auch auf minderwertigem Boden wächst und durch einfaches Pressen Kraftstoff liefert, der im Energiegehalt zwischen Benzin und Diesel liegt. Österreichische Firmen sollten, durch staatliche Förderung angespornt, Gleiches tun.

Dr. Ernst Fiala,

2120 Wolkersdorf

Zum Artikel von Ingrid Thurner, 19. Jänner

Kunst wird geschätzt, Menschen hingegen nicht

Vielen Dank für den differenzierten, aufschlussreichen Artikel über den Umgang mit Kunstschätzen beziehungsweise, und das erachte ich als noch viel wesentlicher, über den Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen. Besonders die klaren Worte von Ingrid Thurner halte ich für wesentlich!

Sogenannte entwickelte Kulturen schmücken sich mit Schätzen von Kulturen, deren Bürger/innen heute in teilweise extrem prekären Lebenssituationen leben. Wir können uns über Schätze aus vergangenen Zeiten freuen, doch wehe, im Hier und Jetzt suchen Menschen Sicherheit und Zukunftsperspektiven. Ich hoffe auf weitere differenzierte Berichterstattung - dafür schätze ich die "Wiener Zeitung"!

Johanna Coulin-Kuglitsch,

1030 Wien

Zum Artikel von Daniel Bischof, 19. Jänner

Manche Wiener klagen
über zu viel Tourismus

Jetzt, da der Tourismus offenbar mit allen Mitteln bekämpft werden soll, fallen mir noch ein paar lohnende Ziele für Besucher ein: die Reihenhäuser, die an der Stelle schöner Villen oder ortstypischer Hauerhäuser im Cottage oder in den Heurigengegenden gebaut wurden, der Schutzkreis um das Krankenhaus Nord, der bald völlig verschandelte Karlsplatz oder das Tojner-Hochhaus am Heumarkt. Hauptsache, Wien wird "kein Freilichtmuseum".

Waltraut Kupf,

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