Von Thomas Bernhards Grab wurde die Tafel gestohlen. Ersetzt wurde sie durch ein Faksimile aus Papier. - © apa/Hans Punz
Von Thomas Bernhards Grab wurde die Tafel gestohlen. Ersetzt wurde sie durch ein Faksimile aus Papier. - © apa/Hans Punz

Zum Kommentar von Bernhard Baumgartner, 9. Februar

Zu Thomas Bernhards
dreißigstem Todestag

Bernhard Baumgartner hat recht, man müsste Thomas Bernhard Respekt zollen. Ob Bernhard das aber gewollt hätte? Er löste mit seinen Werken ambivalente Gefühle zwischen ätzender Kritik und theatralischer Verehrung aus. Er führte der österreichischen Seele diese Hassliebe vor Augen. Er verbat sich jegliche Einmischung hinsichtlich seiner Person. Er wird in Erinnerung bleiben, trotz der Fledderer an seinem Grab.

Lieselotte Stiegler,

per E-Mail

Zum Gastkommentar von
Behrouz Khosrozadeh, 9. Februar

Die Naivität des Westens gegenüber anderen Kulturen

Endlich ein fundierter Bericht über die Situation in Persien zu Zeiten des Schah und nicht das übliche unreflektierte Schah-Bashing, das in Journalistenkreisen so beliebt ist und nur davon zeugt, dass die Herrschaften keine Ahnung haben! Dasselbe gilt übrigens auch für Syrien, auch da kann man nur staunen, wie naiv und unwissend der Westen ist und wie unfähig, die Situation und die Folgen eines Sturzes des gegenwärtigen Regimes abzuschätzen.

Anderen Kulturen europäische Werte (die auch erst jahrhundertelang erkämpft werden mussten) überzustülpen, ist ein Fehler und hat verheerende Folgen. Leider kommt die Einsicht immer erst, wenn es zu spät ist! Und diejenigen, die das Chaos verursucht haben, können nicht zur Verantwortung gezogen werden - obwohl sie gern behaupten, sie übernehmen zu wollen!

Dr. Margit Kraker,

1090 Wien

Sinnvolle Hilfen für
Familien mit Kindern

Der Papa-Monat wird schön langsam zum zeitgeistigen Kultobjekt, wobei völlig vergessen wird, dass Mütter im Allgemeinen ein komparativ engeres Nahverhältnis, vor allem in den ersten Lebensjahren, zum Kind haben. Damit wird diese Aktion zur Symbolpolitik abgewertet, den man sollte gerade in Zeiten wie diesen alles tun, um die Familie faktisch zu entlasten und damit die Zukunft dieses Landes aufzuwerten.

Dazu gehören zum Beispiel die Anrechnung von Kindererziehungszeiten für die Höhe der Pension und als Option für Frauen, den Ruhestand früher anzutreten, oder flächendeckende Kinderbetreuung zu moderaten Preisen und mit nachfragekonformen Öffnungszeiten.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

Die Schwäche der
deutschen Gewerkschaften

Der französische Kabarettist Peterfalvi spottete einst, was wir in Deutschland "Warnstreik" nennen, würde in Frankreich "Mittagspause" heißen. Damit legt er den Finger auf die Schwäche der deutschen Gewerkschaften. Auf ihre Anpassung, ja Unterwerfung unter das bestehende politische System, unter Hartz IV, unter Jugend- und Altersarmut zu Lasten der Arbeitnehmer.

Sie sind nur noch der Geruch, der Geschmack, das Geräusch von Gewerkschaft. Und niemand merkt’s: Aus "Ver.di" wurde und wird "Mer.de".

Michael Maresch,

D-80799 München