Weltweit demonstrieren Jugendliche , hier in Brüssel, für eine bessere Klimapolitik. - © reuters/Yves Herman
Weltweit demonstrieren Jugendliche , hier in Brüssel, für eine bessere Klimapolitik. - © reuters/Yves Herman

Schüler demonstrieren gegen eine klimafeindliche Politik

Erfreulich und richtig ist es, dass sich die Jugend um Klimaziele kümmert. Sie muss ja mit den Veränderungen leben. Man kann auch verstehen, dass es Spaß macht zu protestieren. Aber etwas Gehalt sollten die Aktionen schon haben, "Fridays for Future" genügt nicht.

Das Klima ist ein globales Problem. Seit 1990 hat sich die Emission von Indien verdoppelt, die von China mehr als vervierfacht. Weil außerhalb der Grenzen Österreichs 1000 Mal so viele Menschen leben als innerhalb, kommt es auf die Emission Österreichs allein gar nicht an. Die Menschheit hat in der Industriellen Revolution sehr viel CO2 in die Atmosphäre entlassen. Wenn das Klima wieder so werden soll, wie es davor war, muss wenigstens ein Teil dieser Emission wieder in die Erde zurückgebracht werden. Das ist möglich, denn die Natur schafft es, jährlich doppelt so viel CO2 umzusetzen:

Es genügt aber nicht, die Emission einzubremsen. Wir müssen ernsthaft an die Sache herangehen, wir alle zusammen, nicht nur die Jugend Österreichs allein.

Dr. Ernst Fiala,

2120 Wolkersdorf

In Krisenregionen zeigen Frauen ihre Stärken

"Was gefällt dir denn an dieser Arbeit?" Immer wieder bekomme ich recht eigenartige Reaktionen, wenn ich Leuten erzähle, was ich beruflich mache. Und es stimmt: Ich arbeite seit vielen Jahren in der Humanitären Hilfe, und die Herausforderungen in einem Kontext wie im Südsudan sind härter als anderswo:

"Warum machst du nicht einen ganz ,normalen‘ Job, bei dem man als Frau sicher ist?" Ich habe mich an diese Frage gewöhnt. Ich sage dann oft: Geschätzte 49 Prozent der über 12 Millionen Menschen im Südsudan sind Frauen. Und wenn sie es schaffen, dort zu überleben - ja sogar etwas aus ihrem Leben zu machen -, dann schaffe ich das auch. Auf der ganzen Welt habe ich im Laufe der Jahre erfahren dürfen, welcher Überlebenswille den Frauen innewohnt, selbst unter den schwierigsten Umständen und an den gefährlichsten Orten der Welt.

Einige der herzzerreißendsten Geschichten, die ich von Mädchen und Frauen erzählt bekommen habe, stammen aus dem Südsudan. Von Toni zum Beispiel. Sie wurde von einer bewaffneten Gruppe entführt und fast ein Jahr lang als Kindersoldatin missbraucht. Im Alter von 14 Jahren wurde sie zu abscheulichen Handlungen gezwungen. Es ist mir unbegreiflich, wie man nach solchen Erfahrungen optimistisch bleiben kann. Aber Toni ist es. Sie weiß, dass sie die Erfahrungen aus dieser schwierigsten Zeit ihres Lebens dazu nutzen kann, um es in Zukunft besser zu machen.