Vielen Jugendlichen ist Klimaschutz ein Anliegen

Mich machen viele Medienberichte, Kommentare in Sozialen Medien und Aussagen von PolitikerInnen der letzten Tage zu den weltweiten Klimastreiks stutzig. Denn es wird kaum über die Inhalte des Streiks berichtet oder nachgedacht: Die Diskussion dreht sich nur darum, ob die Fehlstunden der SchülerInnen, die am Klimastreik teilnahmen, entschuldigt werden oder nicht.

Ganz ehrlich: Wenn die Politik, allen voran unsere schwarz-blaue Bundesregierung, endlich vernünftige und verantwortungsvolle Klimapolitik machen würde, müsste die Diskussion, ob die Fehlstunden während des Klimastreiks entschuldigt werden, überhaupt nicht geführt werden. Ich denke, die Klimastreiks waren österreich-, europa- und weltweit ein Erfolg und ein starkes Zeichen, dass uns Jugendlichen nicht egal ist, wie unsere Umwelt zukünftig aussieht.

Am vergangenen Freitag demonstrierten Schüler in ganz Österreich für eine engagierte Klimapolitik. - © apa/Georg Hochmuth
Am vergangenen Freitag demonstrierten Schüler in ganz Österreich für eine engagierte Klimapolitik. - © apa/Georg Hochmuth

Mir ist natürlich bewusst, dass zukünftig nicht jeden Freitag bis zu zigtausende SchülerInnen den ganzen Schultag streiken können. An unserer Schule werden wir als Schülervertretung gemeinsam mit den Klassen Klimatipps erarbeiten, die wir selbst in der Schule umsetzen können. Diese Klimatipps werden wöchentlich jeden Freitag in der großen Pause in der Schule präsentiert und sollen zeigen, dass wir Jugendliche mit gutem Beispiel vorangehen und nicht nur am Streik teilnehmen, um schulfrei zu haben, wie manche Leute in Sozialen Medien behaupten.

Sebastian Merten,
Schulsprecher BG/BRG Freistadt

Den Demonstrationen
müssten Taten folgen

Wenn Greta Thunberg etwas für die Umwelt bewirken möchte, muss sie ihre Alterskohorte dazu bringen, sofort alle elektronischen Geräte zum Recyceln zu bringen, Fast Food und Junk Food zu verweigern und industriell hergestellte Getränke in Dosen und Plastikflaschen zu boykottieren. Ohne Bestellungen im Internet würden Millionen von Zustellkilometern eingespart und der Verzicht auf modische Klamotten würde sklavereiähnliche Arbeitsbedingungen und weltweiten Containerverkehr minimieren.

Natürlich weiß ich, dass die jugendliche Spaßgesellschaft das niemals tun wird. Massendemonstrationen zu organisieren ist keine Leistung und nicht die Schule zu besuchen keine Heldentat.

Manfred Köppl,

2500 Baden

Zum Gastkommentar von
Gerhard Kohlmaier, 13. März

Schüler haben ein
Recht auf Proteste

Bravo Herr Kohlmaier, Ihr Beitrag war zur rechten Zeit ein Plädoyer für angewandten Politischen Bildungsunterricht. Wir brauchen keine braven Schulhocker, sondern kritische, selbstbewusste Bürger.

Anna Kaltenböck
und Bernd Stanzel,