Hubschrauber des Bundesheers bei der Abschlussfeier der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld. - © apa/Barbara Gindl
Hubschrauber des Bundesheers bei der Abschlussfeier der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld. - © apa/Barbara Gindl

Das Bundesheer am Ende seiner Möglichkeiten

Die Österreichische Unteroffiziersgesellschaft (ÖUOG) ist die Interessensvertretung der größten Berufgruppe des Bundesheeres. Die Unteroffiziere sind es, die tagtäglich im In- und Ausland mit den Folgen der jahrelangen Mangelwirtschaft zu kämpfen haben. Seit Jahrzehnten wird unser Bundesheer in "Sonntagsreden" vor allem, wenn es um die Katastrophenhilfe geht, hochgelobt. Geht es aber um das Budget, so wird unser Heer als ungeliebtes Stiefkind abgespeist.

Auch wenn es in bestimmten Kreisen der Politik und Gesellschaft nicht gerne gehört wird, so ist das Bundesheer die bewaffnete Macht der Republik, der gemäß Artikel 79 (1) des Bundesverfassungsgesetzes als Primäraufgabe die militärische Landesverteidigung obliegt und nach dem Milizsystem einzurichten ist. Sowohl die Katastropheneinsätze als auch der aktuelle sicherheitspolizeiliche Assistenzeinsatz sind Sekundäraufgaben. Nur die materielle und personelle Ausrichtung auf die Kernaufgabe "militärische Landesverteidigung" versetzt uns Soldaten in die Lage, auch Hilfeleistungen bei Elementarereignissen größeren Ausmaßes auszuführen.

Zurzeit haben wir nicht nur die Grenze des Machbaren erreicht, sondern wir sind bereits einen Schritt darüber. Wenn jetzt nicht rasch gehandelt wird, schlittert die strategische Einsatzkraft selbst in eine Katastrophe, was unweigerlich mit der Gefährdung unserer Soldaten im In- und Auslandseinsatz zusammenhängt.

Die Österreichische Unteroffiziersgesellschaft fordert daher die Politik auf: Lassen Sie Ihren Worten Taten folgen und stellen Sie unserem Verteidigungsminister in den kommenden Budgetverhandlungen das geforderte Regelbudget jährlich zur Verfügung.

Othmar Wohlkönig,

Geschäftsführender Präsident der Österreichischen
Unteroffiziersgesellschaft

Zum Gastkommentar von
Hans Harrer, 21. März

Strategien gegen den Fachkräftemangel

1. Nicht nur für die MINT-Fachkräfte bedarf es attraktiver Pakete, sondern auch für Handwerk und Dienstleistung wie zum Beispiel Gastgewerbe, Pflegeberufe und so weiter.

2. Die Lehre (duale Ausbildung) braucht sicher ein neues Branding, wie es etwa die Wirtschaftskammer Österreich beziehungsweise deren Landeskammern seit Jahrzehnten versuchen. Wir erinnern uns alle an den Slogan "Karriere mit Lehre". Hier sind vor allem die Lehrkräfte in den Neuen Mittelschulen beziehungsweise Unterstufe Gymnasium gefragt, aber auch das Elternhaus. In vielen Schulen herrscht noch immer die Meinung vor: "Wennst zu blöd bist für die Matura, dann mach halt a Lehre." Dabei erbringen unsere Lehrlinge bei internationalen Wettbewerben immer Top-Leistungen.