Was kommt nach dem
Ende der Zeitumstellung?

Am 27. März berichtete die "Wiener Zeitung" über den Beschluss des Europaparlaments, die halbjährliche Zeitumstellung ab 2021 abzuschaffen. Korrekt wird berichtet, dass der definitive Beschluss bei den Mitgliedstaaten liegt und dass ein Fleckerlteppich zu vermeiden ist. Dann aber kommt der Satz: "Österreich hat sich bereits für eine permanente Sommerzeit ausgesprochen."

Man möchte ausrufen: "Gebt uns die Normalzeit zurück!" Mit welcher politischen Berechtigung plädiert die Regierung für die permanente Sommerzeit, also für die dauernde Übernahme der Ostmitteleuropäischen Zeit (OEZ)? Österreich liegt eindeutig in der Mitte der Mitteleuropäischen Zeitzone, und keineswegs an deren Rand! Die permanente OEZ würde zum Beispiel bedeuten, dass während der Wintermonate die Schulkinder bei Dunkelheit aufstehen und in die Schule gehen müssen.

Vor allem aber: Was legitimiert die Regierung, hier ohne Parlament oder seriöse Umfragen oder eine Volksbefragung vorzugehen? Hat sie im Wahlkampf die dauernde Sommerzeit versprochen? Ich appelliere an die Regierung, in dieser unpolitischen, aber sensiblen Frage nicht über Köpfe der Menschen drüberzufahren.

Stefan Malfèr,

1140 Wien

Katalonien erwartet einen ereignisreichen Frühling

Der diesjährige Frühling ist in Katalonien und damit auch in Spanien reich an Ereignissen. Am 28. April werden die Wahlen zum spanischen Parlament zeigen, ob die spanische Rechte in der Lage sein wird, den Pakt von Andalusien, in dem zwei rechtskonservative Parteien einen Pakt mit den Rechtsextremen geschlossen haben, die aufgrund ihrer betont feindseligen Haltung gegenüber den Anhängern der Unabhängigkeit Kataloniens in das andalusische Parlament gewählt wurden, zu wiederholen. Bei den Kommunalwahlen vom 26. Mai verspricht das übliche Spiel der gegensätzlichen Parteien, das an den Tausch von Sammelbildchen erinnert, starke Emotionen. Und als ob das nicht genug wäre, werden wir am selben Wochenende auf europäischer Ebene abstimmen: In den EU-Staaten werden Abgeordnete in das neue Europäische Parlament gewählt.

Vieles deutet darauf hin,
dass Spanien nicht daran denkt, die Katalanen in einem Referendum zur Selbstbestimmung wählen zu lassen, wie es etwa die Schotten tun konnten. Solange wir nicht über die Selbstbestimmung abstimmen können, müssen wir Katalanen bei allen anstehenden Wahlen abstimmen und Personen, die die breite Unterstützung für die Unabhängigkeit Kataloniens verheimlichen wollen, bloßstellen.