Die päpstliche Enzyklika
zum Umweltschutz

Nach dem Beispiel von Greta Thunberg bekunden immer mehr Jugendliche ihre Sorge zur Entwicklung des Weltklimas und unserer Umwelt. Erfreulicherweise werden diese Aktionen durch eine immer größere Anzahl anerkannter Wissenschafter verschiedenster Fachrichtungen unterstützt und findet das alles großen Widerhall in der internationalen Berichterstattung.

In engem Zusammenhang mit diesem Thema steht die Enzyklika "Laudato si - über die Sorge um das gemeinsame Haus" von Papst Franziskus vom Mai des Jahres 2015, die aus unverständlichen Gründen jedoch von niemandem auch nur erwähnt wird. Über die reine Umweltthematik hinausgehend, stellt der Papst einen gesamthaften Zusammenhang her, mit der Notwendigkeit zu Verhaltensänderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik; nicht nur regional, sondern in Wahrheit auf einer globalen Ebene. Er fordert nachhaltiges Handeln in Wirtschaft und Industrie sowie im Alltag jedes Menschen. Folgende bemerkenswerte Aussagen stehen bereits in der Einleitung:

die Möglichkeit einer ökologischen Katastrophe als Auswirkungen der Industriegesellschaft;
die Dringlichkeit eines radikalen Wandels im Verhalten der Menschenheit;
die Notwendigkeit, strukturelle Ursachen der Fehlfunktionen der Weltwirtschaft zu beseitigen und Wachstumsmodelle zu korrigieren, die allem Anschein nach ungeeignet sind, den Respekt vor der Umwelt zu garantieren;
schließlich die enge Beziehung zwischen den Armen und der Anfälligkeit des Planeten; die Überzeugung, dass in der Welt alles miteinander verbunden ist; die Kritik an Formen der Macht, die aus der Technik abgeleitet sind; die Einladung, nach einem anderen Verständnis von Wirtschaft und Fortschritt zu suchen; der Eigenwert eines jeden Geschöpfes; der menschliche Sinn der Ökologie; die schwere Verantwortung nationaler und internationaler Politik.

Beispiele gesellschaftlichen Fehlverhaltens sind das von Handel und Industrie beförderte verschwenderische Konsumverhalten vieler Menschen. Ebenso wie die sich stetig vergrößernde Schere von Einkommen und Vermögen zwischen Arm und Reich in Österreich, Europa und weltweit, was IWF und OECD-Studien belegen.

Eine möglichst breitenwirksame Diskussion von "Laudato si" in der Öffentlichkeit ist daher durchaus angemessen.

Herbert Holzinger,