Belastungen durch
das Heumarkt-Projekt

Das geplante Hochhaus am Heumarkt würde nicht nur zum Verlust des Weltkulturerbe-Titels führen, es ist auch hässlich und würde das Stadtbild verschandeln. Aber auch die Bauarbeiten selbst könnten negative Auswirkungen auf Gebäude und Betrieb des Konzerthauses (durch Erschütterungen und Lärm) und auf die nahe U-Bahn-Trasse haben.

Weiters wird die Menge des Aushubs für die fünf Tiefgeschoße des Turmes mit 187.000 m3 angegeben, die mit 7500 Lkw-Fahrten abgeführt werden soll. Das müssten aber Lkw mit circa 25 m3 (=50 Tonnen) Zuladung sein. Nach meinen Informationen gibt es solche Lkw im Straßenverkehr nicht, bestenfalls welche mit 25 Tonnen. Dann wären allerdings 15.000 Lkw-Fahrten nötig, mit den Leerfahrten zurück zur Baustelle würden das 30.000 Fahrten sein. Rechnet man noch die Abfuhr von Abbruchmaterial und die Zufuhr von Baumaterial dazu, kommt man wohl auf bis zu 60.000 Lkw-Fahrten quer durch Wien bis fast ins Zentrum der Stadt.

Es stellt sich die Frage, welche Straßenzüge von der Stadtgrenze bis fast zum Ring benützt werden sollen, welche Verkehrsbehinderungen und eventuelle Parkverbote es geben wird und ob Beschädigungen der Fahrbahnen entstehen werden. Auf jeden Fall würde es in diesen Straßen eine massive Lärmbelästigung geben und viele Abgase von den Schwertransportern.

Mag. Dietrich Beran,

per E-Mail

Schlechtes Benehmen der Parlamentsabgeordneten

In letzter Zeit wird sehr viel über schlechtes Benehmen und auch derbe Ausdrucksformen im österreichischen Parlament gesprochen und in den Medien berichtet. Die Disziplinierung der Abgeordneten durch sogenannte Ordnungsrufe scheint ein zahnloser Tiger zu sein. Ich war selbst acht Jahre als Parlamentarier tätig - fünf Jahre Bundesrat, drei Jahre Nationalrat - und konnte mir ein objektives Bild darüber machen.

Selber habe ich trotz vieler und angriffiger Reden keinen einzigen Ordnungsruf erhalten, was vielleicht darauf zurückzuführen ist, dass ich, wie die Römer sagten: "fortiter in re, suaviter in modo, constanter in se" - "hart in der Sache, fein in der Art, treu zu sich selbst" agiert habe.

Um den parlamentarischen Ordnungsruf aber zu einem echten Disziplinierungsinstrumentarium zu machen, schlage ich vor, ihn mit gestaffelten Geldstrafen zu pönalisieren. Für den ersten Ordnungsruf 100 Euro, den zweiten 200 Euro, den dritten 300 Euro und so fort. Die Einhebung dieser Strafen sollte über Abzüge beim Nettogehalt erfolgen.

DDr. Werner Königshofer,

6112 Wattens