Zum Artikel vom 2. April

Staatliches Pensionssystem wird unterminiert

Ich habe meine Zusatzpensionsansprüche als ORF-Angestellter vor 20 Jahren in eine Pensionskasse - heute Valida - übertragen und wie viele andere Kollegen enorme Verluste (bisher mehr als ein Drittel) zu verzeichnen. Das hängt vor allem damit zusammen, dass die Pensionskasse die übertragenen Gelder zum Teil auf dem Aktienmarkt veranlagt. Im Februar dieses Jahres erhielt ich ohne Erklärung der Ursachen die Mitteilung, dass meine Betriebspension ab 1. Jänner um monatlich 13 Prozent abermals gekürzt wird.

Dem Artikel in der Wiener Zeitung zufolge hat die "zweite Säule bei den Pensionen aus der Sicht des Seniorenrats und der Pensionskassen erheblichen Aufholbedarf". Eigenartig. Hat doch der Seniorenrat die Pensionisten zu vertreten, die Pensionskassen hingegen die Interessen von Privatunternehmen, im Fall der Valida zum Beispiel der Raiffeisen-Bankengruppe.

Nun glaubt man offenbar durch Kooptierung von Pensionisten in die Aufsichtsräte der Betriebskassen mit "Bürgernähe" punkten zu können. Das kann nur als Feigenblatt-Aktion gesehen werden. Die Interessengegensätze sind unüberbrückbar. Das sollten vor allem Peter Kostelka (SPÖ) und Ingrid Korosec (ÖVP) als Chefs des Seniorenrates wissen. Zudem droht die Gefahr, dass das staatliche Pensionssystem, bei dem Österreich bisher international Spitze ist, unterminiert wird.

Dr. Wolfgang Hingst, 1100 Wien

Hierarchie der Sprachen in der EU

Die Amts- und Arbeitssprachenregelung der EU sieht eine vierstufige Einteilung vor. An der Hierarchiespitze stehen Englisch und Französisch. Darunter finden sich die 22 Amtssprachen der EU. Die nächstniedrige Stufe beinhaltet Sprachen, die durch einen Ministerratsbeschluss den EU-Sprachen weitgehend gleichgestellt wurden. Die unterste Stufe bilden die übrigen europäischen Sprachen, die keine Amtssprachen sind.

Konkret heißt das, dass in der Ministerrunde alles gedolmetscht wird, während Experten- und Beamtentreffen in Englisch zu absolvieren sind. Dies widerspricht den EU-Grundsätzen und ist daher abzulehnen. Esperanto sollte die lingua franca der EU werden!