Überraschendes Ende
für den Life Ball

Ich war ausgesprochen verblüfft, dass dem Life Ball die Sponsoren ausgingen, schien er doch eher von einer (vermögenden) "Elite" getragen. Und Politik und Medien taten wohlwollend das Ihre. Dabei wirkte der wohltätige Zweck, die HIV-Hilfe, immer überdimensioniert, denkt man an die Krankheitsverbreitung im Vergleich etwa mit Malaria, die eine um Potenzen höhere Menschenanzahl (oft tödlich) heimsucht.

Jürgen Jauch,

4040 Linz

Mehr Gelassenheit in
Politik und Journalismus

Natürlich sind politische Extreme verstörend, wenn die politische Mitte zu keinem ausgeglichenen Kompromiss findet und folglich ein Part der politischen Mitte mit einem Randpartner koaliert: Von den Mandaten her reicht es für Mitte-Rechts, für Mitte-Links eben nicht. Ob dies Grund genug ist, sich in Permanenz zu erhitzen, sodass kein politischer Akt mehr ohne Wut und nahezu hysterisch aufgeschaukelte Aggressivität möglich ist?

Der Bundespräsident warnt zu Recht vor einer Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas und betont die Aufgabe von Journalismus, hinterfragen zu dürfen, ja zu müssen. Die Frage ist wohl das Wie und ob der mediale Stil mit Suggestivfragen, brachialen Wortunterbrechungen und Dis-Eleganz das richtige Zeichen von Qualitätsjournalismus ist. Moderateres Auftreten wird allen Verdacht des Mundtot-Machens verstummen lassen. Die Bevölkerung nimmt’s, hat man den Eindruck, eher gelassen, Gott sei Dank!

Wolfgang Riemer,

per E-Mail

Zum Artikel vom 9. Mai

Der zukünftige Einsatz intelligenter Roboter

Wenn man an der dem Artikel zugrunde liegende Diskussion teilgenommen hat, gibt es ein paar Worte mehr zu sagen: Die Moderation von Eva Stanzl war ausgezeichnet! Schon deshalb, weil es ihr gelungen ist, die gedanklichen "Ausflüge" der Philosophin Janina Loh immer wieder einzufangen und auf den Punkt zu bringen. Der Vortrag von Mattei Capatu war sehr interessant; jedoch hatte er, nachdem Janina Loh dazu Stellung genommen hat, kaum noch etwas zu sagen.

Christian Kienesberger hat in seinem sehr interessanten Vortrag einen wichtigen Punkt angesprochen, der leider nicht weiter behandelt wurde. Es ging um die Schwierigkeiten bei der Einführung "intelligenter" Systeme im Gesundheitsbereich, bei deren Akzeptanz und der Bereitschaft der beteiligten Personen, Schulungen anzubieten und an Schulungen teilzunehmen. Das sind jedoch für die Nutzung dieser Systeme unbedingte Voraussetzungen! Erst danach ist zu klären, welche ethischen und rechtlichen Probleme zu lösen sind und welche Kontrollen dann vorhanden sein müssen.

Es wäre ein Debakel, wenn solche Assistenzsysteme im Gesundheitsbereich an fehlender Kapazität der Hersteller und/oder mangelnder Bereitschaft des Personals, sich einschulen zu lassen, scheitern würden! Damit würden eine Menge sündhaft teurer Maschinen angeschafft werden, die dann nicht im Einsatz sind.

Dipl.-Inf. Friedrich E. Starp,

3003 Gablitz/Wienerwald

Zum Gastkommentar von
Ralph Schöllhammer, 8. Mai

Die großen Akteure
der Weltpolitik

Das Beispiel USA lehrt, was am Ende geopolitischer Muskelspiele steht: ein zweistelliges Budgetdefizit.

So zurückhaltend, wie im Gastkommentar behauptet, sind auch die europäischen Großmächte keineswegs. Nur waren sie oft auf unterschiedlichen Seiten des Konflikts wie im Sudan: Frankreich plus China für die Zentralregierung, Deutschland für die Rebellen im mittlerweile abgespaltenen Südsudan.

Georg Lechner,

per E-Mail

Zum Gastbeitrag von
Fritz Rubin-Bittmann, 23. April

Ein Beitrag zur Erinnerung
an die Nazi-Verbrechen

Ich möchte der Redaktion meine Wertschätzung zum Ausdruck bringen für den Artikel über die "Prominenten in Dachau". Derartige Veröffentlichungen machen zutiefst betroffen und stellen einen ganz wichtigen Beitrag zur Bewusstmachung der Verbrechen des NS-Regimes und somit zur Beurteilung und Aufarbeitung dieser für unser Land so tragischen Epoche dar.

Darüber hinaus sind solche Beiträge über Zeitzeugen eine grundlegende und wichtige Unterscheidung zu oberflächlichem, wahltaktisch motiviertem und medial aufgeblasenem Schwingen der Nazi-Keule, das einer seriösen Aufarbeitung nicht dient. Daher nochmals Anerkennung für die Aufnahme dieses Artikels in die "Wiener Zeitung".

Roland Vogel,

3400 Klosterneuburg

Erinnerungen an
die Haft in Dachau

Die Darstellung deckt sich mit dem, was ein älterer Bruder meines Großvaters mir erzählt hat. Er war Funktionär in der Chiemgau-Sektion des (liberalen, nicht konfessionell ausgerichteten) Bayerischen Bauernbundes und wurde in Dachau inhaftiert, weil er sich öffentlich gegen die Gleichschaltung seines Verbandes ausgesprochen hatte.

Es muss wohl eine Rangordnung der in Dachau Inhaftierten gegeben haben, an deren unterem Ende Kommunisten und Juden (vor allem die aus Österreich) angesiedelt waren. Politische Inhaftierte hatten es besser.

Manfred Koch,

per E-Mail