Strache und Gudenus
wirken sehr nüchtern

Dass die Ibiza-Affäre von den beiden Betroffenen und deren Sekundanten nun als "b’soffene G’schicht" verharmlost wird, mag politisch verständlich sein. Dass aber die Medien dies aufgreifen, verwundert. Denn Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus wirken auf dem Video alles andere als betrunken. Sie lallen nicht, sie schwanken nicht. Im Gegenteil, sie wirken sehr konzentriert, vielleicht irgendwie aufgezwirbelt. Ganz abgesehen davon, dass es an sich schon ein Skandal wäre, wenn sich ein derart ranghoher Politiker "volllaufen" ließe.

Dkfm. Michael Stradal,

2344 Maria Enzersdorf

Unmoralische Politik
ist normal geworden

An Kriminalfällen mit politischem Hintergrund ist die Republik Österreich gewiss nicht arm, wobei das, was zu rechtskräftigen Verurteilungen geführt hat, nur die Spitze des Eisbergs gewesen ist. Wir haben uns leider daran gewöhnt, dass zwar nicht rechtlich, aber jedenfalls moralisch verwerfliches Handeln zum politischen Alltag gehört. Die Politikerkaste hat es so weit gebracht, dass Politik grundsätzlich als unsauber, unglaubwürdig, volksfern und machtberauscht angesehen wird. Die Folgen sind verheerend.

Und wie immer werden zögerliche Rufe nach mehr Bürgerbeteiligung laut, die - jede Wette - nach der "Krise" wieder zum Verstummen gebracht werden.

Helmut Hofmann,

per E-Mail

Parteispenden müssen
völlig offengelegt werden

Das Parteiengesetz muss dringend erneuert werden. Nach den ekelhaften Vorgängen rund um die obersten FPÖ-Funktionäre ist nicht mehr einsichtig, warum Parteien überhaupt in irgendeiner Form intransparent Spenden und andere Unterstützungen bekommen sollen. Für Veranstaltungen kann man sich an Filmproduktionen orientieren, die in wunderbarer Detailarbeit im Abspann alle Beteiligten, Unterstützer und Förderer nennen.

Peter Albrecht,

per E-Mail

Ein Misstrauensantrag
birgt für die SPÖ ein Risiko

Die SPÖ würde sich mit einer Zustimmung zu einem Misstrauensantrag auf das Niveau "Politischer Dilettantenstadl" begeben. Klar, dass Sebastian Kurz die Situation ausnutzt. Aber die Gefahr für die SPÖ erkenne ich im Verlust des Ansehens von staatsmännischer Größe. Zurzeit macht der Herr Bundespräsident die beste Figur, meinen Respekt!

Prof. Ferdinand Kovarik,

1160 Wien