Johannes Regow,

per E-Mail

Klare Konsequenzen für Strache und Gudenus

Nie wieder Ibiza! Das ist nicht die Klage enttäuschter Urlauber, sondern meine Forderung an alle Politiker. Wie schaffen wir das? Wir, das Volk, die Österreicher, müssen solchen Herrschaften klar und deutlich sagen, dass wir sie nicht brauchen und schon gar nicht mögen. Sie müssen das zu spüren bekommen und zur Kenntnis nehmen, dass wir nicht so sind wie sie. Jede anständige Firma und seriöse Partei sollte nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollen.

Verdienen sie eine zweite Chance? Vielleicht. Wenn sie sich aufrichtig schämen. Ihre "Entschuldigungen" konnte man allerdings bisher nicht ernst nehmen.

Walter Koren,

4560 Kirchdorf

Der wieder moderne
Begriff der Staatsräson

Kürzlich bin ich in Egon Friedells "Kulturgeschichte der Neuzeit" über folgende Zitate über den Begriff der Staatsräson (die derzeit gerade wieder in aller Munde ist) gestolpert:

"Der politische Zentralbegriff dieses Zeitraums, in dem der Absolutismus heranreift, ist die Staatsraison, die ratio status, von der der deutsche Satiriker Moscherosch sagt: ‚Ratio status ist ihrem Ursprunge nach ein herrlich, trefflich und göttlich Ding. Aber was kann der Teufel nicht tun? Der hat sich auch zur Ratio status gesellt und dieselbe also verkehrt, daß sie nun nichts mehr als die größte Schelmerei von der Welt ist, daß ein Regent, der rationem status in Acht nimmt, unter derselben Namen frei tun mag, was ihm gelüstet.‘ Und in einer anderen zeitgenössischen Schrift heißt es: ,Es ist ein Augenpulver oder Staub, welchen die Regenten den Untertanen in die Augen sprengen; es ist eins der vornehmsten Kunststücklein, den Pöbel in Ruhe zu halten.‘"

Martin Müller,

1200 Wien

Zum Gastkommentar von
Gerfried Sperl, 23. Mai

Vernünftiger öffentlicher Diskurs über Politik

Der Titel des Gastbeitrages von Gerfried Sperl ("Der türkis-blaue Weg in eine autoritäre Demokratie") lässt einen erschrecken. Unbekümmert um parteiliche Empfindlichkeit, argumentiert der Autor und dies mit Rückgriff auf die Zeitgeschichte. Hier bietet der frühere Chefredakteur des "Standard" einen brisanten Beleg dafür, dass ein nüchterner, öffentlicher Diskurs über Österreichs Politik möglich und notwendig ist.

Zuletzt war wiederholt zu hören, über unsere Innenpolitik lasse sich kaum mit anderen vernünftig reden, da alles gleich parteipolitisch punziert würde. Aber dieser Tage überstürzen sich die Ereignisse derart, dass Gespräche unvermeidlich sind. Doch es gibt auch ein verstörtes Verstummen.

Prof. Dr. Hans Högl,
Vize-Präsident der "Vereinigung
für Medienkultur"