Wie stehen die Chancen der SPÖ unter Pamela Rendi-Wagner bei der Wahl im Herbst? - © apa/Robert Jaeger
Wie stehen die Chancen der SPÖ unter Pamela Rendi-Wagner bei der Wahl im Herbst? - © apa/Robert Jaeger

Eine weitgehend gelähmte Übergangsregierung

Die SPÖ hat parteipolitisch motiviert eine Regierungskrise herbeigeführt. Der vom Bundespräsidenten ausgewählte neue Bundeskanzler wird die Weichen für Österreich in der EU stellen, und die Übergangsregierung bekommt wahrscheinlich selten eine parlamentarische Mehrheit. Das freie Spiel der Kräfte wird politischen Stillstand bedeuten oder in teure Wahlzuckerl ausarten. Eine Expertenregierung ist vielleicht neutral, bildet aber nicht die derzeitigen politischen Verhältnisse ab.

Kurt Gärtner,

4600 Wels

Die Strategie von
Sebastian Kurz

Sebastian Kurz begibt sich in den Märtyrerstatus, indem er eine Abwahl mit anschließender Regierungsauflösung provoziert, sich als Opfer darstellt und selbst einen gut dotierten Job im Parlament ablehnt. Da er nicht kurzsichtig ist, spekuliert er offensichtlich damit, aus der ganzen Angelegenheit beim nächsten Urnengang mit Stimmengewinnen hervorzugehen und einen noch überzeugenderen Wahlsieg einzufahren. Aber vielleicht fährt er damit auch in anderer Wortbedeutung ein, denn Selbstüberschätzung und Übermut sind keine wirklich erfolgsversprechende Kombination.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

Die Chancen der SPÖ bei der Wahl im Herbst

Die SPÖ muss jetzt bis Herbst ein Programm vorlegen, dass ihr 40 Prozent Zustimmung bringen kann. Eine Koalition mit der ÖVP wird wohl frühestens in fünf Jahren wieder möglich sein, und eine Koalition mit der FPÖ ist unmöglich. Die SPÖ kann nur mit den Grünen eine glaubwürdige Koalition bilden, und die können mit 10 Prozent rechnen.

Realistischerweise zu erwarten ist, dass Sebastian Kurz nach dem SPÖ-Desaster mindestens 40 Prozent bekommt und die Neos an die 10 Prozent. Die SPÖ hat sich selbst aus dem Spiel genommen, leider. Andererseits bekommt sie im Herbst mit ihren vermutlich 20 Prozent die Chance für eine Generalerneuerung.

Mag. Alfred Zopf,

1130 Wien

Eine Dreierkoalition
gegen die SPÖ