Die computergestützte
Diktatur in China

China mag wirtschaftlich eine Weltmacht sein. Was aber Freiheit und Mitbestimmung anbelangt, ist das bevölkerungsreichste Land der Welt ein Niemand. Sinnbildlich dafür steht der Umgang des kommunistischen Regimes mit dem 30 Jahre zurückliegenden Tiananmen-Massaker. Der von Deng Xiaoping staatlich verordnete Massenmord an friedlich demonstrierenden Landsleuten wird bis heute totgeschwiegen.

Freiheit, Mitbestimmung und Demokratie finden keinen Platz in den Plänen der Kommunistischen Partei, im Gegenteil. Das Regime hat die neuen digitalen Möglichkeiten dazu benutzt, um seinen Bürgern ein umspannendes Überwachungssystem aufzustülpen. Wer sich an die Regeln der Partei hält, wird belohnt; wer gegen die staatlichen Erziehungsmaßnahmen verstößt, wird digital angeprangert. 1989 wurden die "Feinde" von Panzern überrollt, 30 Jahre später übernehmen dies kommunistisch programmierte Algorithmen.

Fortschritt ist per se nicht gut oder schlecht, sondern entscheidend ist, wer ihn wie einsetzt. Gerade die Entwicklungen in China sollten uns vor Augen führen, dass jeder Mensch auch der Digitalisierung mit einer gesunden Portion Skepsis begegnen sollte.

Pascal Merz,

CH-6210 Sursee

Mehr Überwachung
durch "smarte" Technik

Jeden Tag stolpere ich über einen Artikel, wie toll doch dieses smarte Leben sei. Da ist die Rede von Alexa, vom smarten Phone, von der smarten Card, vom Smart-Meter, vom smarten Kühlschrank, von der smarten Waschmaschine, kurz: vom smarten Home. Sogar vom smarten Auto wird in den höchsten Tönen geschwärmt.

Ich frage mich, was daran so faszinierend ist, dass technische Geräte mir das Denken beziehungsweise Lenken abnehmen. Was ist so klasse daran, dass mein Kühlschrank meine Ernährungsgewohnheiten überwacht oder das Auto Daten über mein (Fehl-)Verhalten sammelt? Neulich verfolgte ich eine Parlamentsrede eines ganz smarten Ex-Ministers, der uns doch glatt den vernetzten Fußboden im Sinne des "Internet of Things" schmackhaft machen wollte.

Denkt eigentlich jemand an die Risiken? Wir sprechen hier von Überwachung, eingebauten Kameras, der Verstrahlung der Wohnräume und der Möglichkeit abzuhören! Abartig finde ich, dass die Menschen für diesen Unsinn auch noch freiwillig Geld ausgeben. Der Mensch zahlt freiwillig für seine Überwachung! Wer hätte das gedacht? Was soll daran smart sein?

Daniela Pichler,

5324 Hintersee

Keine Zukunft für
den alten Sozialismus

Es gab Zeiten, da waren die sozialistischen Parteien wichtig, nötig, gut und erfolgreich. Das war die Zeit, da die Arbeiter noch Tarifverträge brauchten, wo man Gewerkschaften benötigte und Kammern. Die Zeit, da erstmals Frauen ohne Arbeit Geld für die Kinder bekamen und Bedürftige Rechte und Zuwendungen erhielten. All das war ja nicht immer so.

Aber diese Zeiten sind vorbei. Die Lohnkosten sind so hoch, dass man sie mit Schwarzarbeit, Leiharbeit und Billiglöhnern umgeht. Gewerkschaften und Kammern sind für viele eine Plage geworden, und manche würden sie gern wieder abschaffen. Und die finanziellen Zuwendungen des Staates haben dazu geführt, dass sich oft das Arbeiten gar nicht mehr lohnt, weil man für Kinder oder sonstigen Bedarf mehr Geld vom Staat bekommt, als man mit Arbeit verdienen würde.

Das Sozialbudget ist das größte im Staat und hat zu massiver Verschuldung geführt. Zufriedener hat es die Menschen nicht gemacht. Im Gegenteil. Dankbar ist niemand, wie es scheint. Und all diese sozialen Zuwendungen wirken natürlich wie ein Sog für alle Nationalitäten, zu uns zu kommen. Das ist menschlich verständlich, aber fatal. Die Systeme waren nicht so gedacht, und der Staat geht kaputt. Die Zeit dieses Sozialismus ist einfach vorbei.

Sollten wir nicht zurückrudern? Weniger Staat, mehr Eigenverantwortung? Die Politik hat jetzt andere Aufgaben und eine andere Ausgangssituation als früher. SPÖ und SPD: Vielen Dank, doch jetzt ade!

Dr. Lucia Kautek,

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Verkehrprobleme rund
um den Flughafen Wien

Der Vorstand des Wiener Flughafens warnt: CAT und S-Bahn seien an der Kapazitätsgrenze.

So einfach geht es nicht. Und neue Erkenntnisse sind das schon gar nicht! Die Intervalle der S7 betragen noch immer 30 Minuten. Was spricht gegen eine höhere Frequenz? Und etwas kundenfreundlicher bitte: Ausschließlich Niederflurzüge, mit Gepäck wird es sonst mühsam.

Wenn der Zeitunterschied zum CAT nur neun Minuten beträgt, wäre ein Umstieg des Flughafen- und Airline-Personals zur (häufigeren) S-Bahn wohl verschmerzbar. Die Parkbegrenzung im Anfahrtsbereich praktizieren andere Flughäfen seit Jahren - siehe Zürich. Warum macht Wien das erst jetzt? Und mit der dritten Piste bricht ja dann das Chaos im Zubringer- und Abholverkehr aus. Wenn die Projektionen stimmen, reden wir immerhin von 15.000 und mehr Passagieren zusätzlich - pro Tag!

Heinz Haberzeth,

per E-Mail