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Petra Paterno, 8. Juni

Fragen an den designierten Burgtheater-Direktor

Sehr geehrter Herr Direktor Kušej, lassen Sie mich vorausschicken, dass ich Ihrer Direktionszeit mit Offenheit und Neugier entgegensehe und froh bin, dass unsere "Burg" von einem international anerkannten Theaterkünstler geleitet werden wird! Dennoch lösten einige Ihrer Antworten im "Wiener Zeitung"-Interview Unbehagen bei mir aus. Was haben Sie gegen Burgtheater-Deutsch, also dagegen, dass auf der ersten österreichischen Theaterbühne gutes, gut artikuliertes Hochdeutsch gepflegt wird, sei es als Prager, Wiener, Berliner Variante oder eben, falls es das Stück verlangt, ein entsprechender Dialekt?

Zur wichtigen Frage des Nationaltheaters: Warum kann man für die Burg nicht als vorrangige Mission die Pflege der (internationalen) Klassik und der österreichischen Literatur vorgeben und für den Rest das Akademietheater und das Kasino einsetzen?

Und nun zum schwerwiegendsten Punkt: Sie sind Theaterdirektor und erwähnen mit keinem Wort das (überwiegend Wiener) Stammpublikum, für das Sie arbeiten werden und von dessen Kartenerlösen und Steuerleistung das Theater lebt. Außer, dass Sie in den ländlichen Regionen (mit viel Blau, ist gleich Braun in Ihren Augen) künstlerische/politische Aufklärungsarbeit leisten werden. Oder planen Sie gar einen Publikumstausch?

Dr. Erhard Fürst,

1020 Wien

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Walter Hämmerle, 6. Juni

Italiens gefährliches Budgetdefizt

Italien ist zwar zu groß, um gerettet zu werden oder pleitezugehen, aber groß genug, um sich selbst aus der Affäre zu ziehen. Vor allem der Norden des Landes ist auf Augenhöhe mit allen großen europäischen Industrieregionen, dazu kommt intensiver Fremdenverkehr. Eine Vergemeinschaftung der Verschuldung Italiens wird von Brüssel zu verhindern sein.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

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Karl Ettinger, 6. Juni

Asylberechtigte auf
dem Arbeitsmarkt

In Österreich waren Ende Mai 30.695 Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte arbeitslos gemeldet, dabei ist Wien ein Sonderfall. In Wien haben sich 1040 Asylberechtigte für einen Arbeitsplatz beworben, aber nur 184 erhielten ein Dienstverhältnis, das sind 17,7 Prozent.