Das freie Mandat
der Abgeordneten

War da noch was? Ach ja, es geht ja bei der kommenden Nationalratswahl gar nicht um den Kanzler, sondern um die Parteien, ihre Programme und den fairen Kampf um die besten Ideen für dieses Land. Dazu passt, was Reinhold Mitterlehner in seinem Buch "Haltung" schreibt: "Wer mit der Vorstellung ins Parlament kommt, er kann sofort mitgestalten, wird von der Praxis schnell eines anderen belehrt. Da geht es zuerst einmal um das Erlernen von Disziplin und Unterordnung, und zwar in jedem Klub."

Da Bundespräsident Alexander Van der Bellen kürzlich "die Schönheit" der Verfassung zum Thema gemacht hat, hier der für alle Abgeordneten zentrale Verfassungsartikel, der den Schluss zulässt, dass der übliche Klubzwang verfassungswidrig ist: "Artikel 56. (1) Die Mitglieder des Nationalrates und die Mitglieder des Bundesrates sind bei der Ausübung dieses Berufes an keinen Auftrag gebunden."

Hubert Thurnhofer,

1010 Wien

Ein emanzipierter
Nationalrat

Dies ist eine gute Zeit. Der Nationalrat nimmt seine verfassungsmäßige Bestimmung als gesetz-gebende Gewalt des Staats wahr und entledigt sich des Rufes, der gesetzverabschiedende Arm von in der Verwaltung (Regierung) und dort beschlossenen Ministerratsvorlagen zu sein, böse gesagt, dessen staatstragendes Stempelkissen: Gewaltenverbindung statt Gewaltentrennung, Mandat durch die Partei statt frei. Wie schön, die Theorie der Verfassung in der Praxis angewendet zu sehen. Ohne Klubzwang weiter so, auch nach der Wahl im September.

Bernhard Hafner,

8010 Graz

Eltern als Vorbilder beim Gebrauch von Handys

Wie können wir verhindern, dass unseren Kindern die Kindheit abhandenkommt?

Uns allen ist längst bewusst geworden, dass das Hantieren mit Handys Suchtpotenzial hat, aber wir leben unseren Kindern vor, wie es nicht gemacht werden soll - nämlich zu jeder Zeit am Handy herumzufummeln, anstatt mit den Kindern zu sprechen, mit ihnen zu spielen, einfach da zu sein. Wir Erwachsenen müssen unser Verhalten ändern. Wir Eltern müssen anfangen, das Handy nicht mehr als Priorität zu sehen und unsere Kinder als eine Option, sondern umgekehrt. Tun wir das nicht, und zwar jetzt, lassen wir zu, dass eine Generation der Stubenhocker und Computerspieler, eine rund um die Uhr bespaßte Egomanen-Gesellschaft herangezogen wird, die keine Leistung erbringen muss, um ein Handy zu bekommen, weil wir als Eltern dann selbst unserer Sucht ungestört nachgehen können.

Lassen wir doch die Handys liegen, schnappen wir lieber unsere Kinder und gehen hinaus in die Natur. Machen wir unsere Kinder wieder zu unseren Kindern, nicht zu denen eines Systems.

Maike Opaska,

3370 Ybbs/Donau