Der Transitverkehr
durch Tirol in den Süden

Die Mauteinnahmen in Österreich gehören der Asfinag und nicht dem Finanzminister. In Italien ist das nicht anders: Die Streckenmaut steht nicht zur freien Disposition des dortigen Finanzministers. Und das ist auch gut so. Und genauso, wie sich die wenigsten Österreicher in die Bahn setzen, wenn sie mit der Familie in den Süden fahren, werden sich die wenigsten Deutschen und speziell die Bayern und Münchner in den Zug setzen. Egal, wie gut ausgebaut die Bahn ist.

Klaus Dieter Tremmel,

per E-Mail

Die gescheiterte
deutsche Pkw-Maut

Der EuGH hat mit dem Urteil zur deutschen Pkw-Maut deutlich gemacht, dass in der EU das Recht die Basis der Zusammenarbeit zwischen den europäischen Staaten bildet - und nicht die Macht des Stärkeren.

Artikel 18 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU stellt klar, dass jede Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit verboten ist. Die geplante deutsche Pkw-Maut stellt eine solche Diskriminierung dar. Der EuGH hat in diesem juristischen Streit zwischen der deutschen und der österreichischen Regierung nun ein Urteil gesprochen. Mehr ist nicht passiert. Wenn ich im Internet jetzt hämische antideutsche Kommentare lese, die teilweise die Schwelle zur Fremdenfeindlichkeit überschreiten, scheint es noch ein weiter Weg zu sein, bis die europäische Idee auch in der Bevölkerung angekommen ist.

Michael Pfeiffer,

9552 Steindorf-Stiegl

Wien ist seit jeher eine
Stadt der Zuwanderer

Wien war immer schon eine Stadt der Zuwanderer und hat es wie keine zweite (vielleicht neben New York) immer geschafft, daraus Nutzen zu ziehen. Sehr, sehr viele berühmte Wiener waren Migranten. Wien war einmal die zweitgrößte tschechischsprachige Stadt der Welt. Das Genie der Stadt war immer schon, aus den unterschiedlichsten Kulturen eine eigene, unverwechselbare, wienerische Melange zu schmieden.

Robert Müller,

per E-Mail

Zum Artikel von Gerhard Strejcek, 22. Juni

Eine unterschätzte
historische Persönlichkeit

In den Beitrag hat sich meines Erachtens eine falsche Gewichtung eingeschlichen. Zwar hat Archibald Coolidge tatsächlich die Bibliothek in Harvard auf neue Beine gestellt, doch ihn deswegen als Bibliothekar abzutun, entspricht keineswegs der Bedeutung dieser Persönlichkeit, besonders im Hinblick auf Österreich.

Coolidge war hauptsächlich Professor für Geschichte und maßgeblich in österreichische Angelegenheiten am Ende des Ersten Weltkrieges involviert. Insbesondere wurde er als Chef einer Mission nach Wien geschickt. Vom Hotel Bristol aus dirigierte er seine Mannschaft quer durch die eben untergegangene Monarchie und lieferte wichtige Berichte an die US-Friedensdelegation in Paris. Leider konnte er sich innerhalb der US-Administration nur wenig durchsetzen. Seine Stimme war jedoch wesentlich für die Kärntner Volksabstimmung und den Teilerhalt der Stadt Radkersburg.

Kurt Bednar,

1230 Wien