Geringschätzung
des Bundesheeres

Schon vor mehreren Wochen hat sich die Österreichische Unteroffiziersgesellschaft in einem offenen Brief an den ehemaligen Bundeskanzler und Finanzminister gewandt, um auf die prekäre finanzielle Situation des Bundesheeres hinzuweisen. Der Brief wurde zwar von beiden Adressaten zur Kenntnis genommen, aber der Inhalt des Antwortschreibens spiegelt jene Geringschätzung wider, welche dem Bundesheer seitens der Bundesregierung bis dato entgegengebracht wurde.

Der aktuelle Bundesminister für Landesverteidigung, Thomas Starlinger, hat mit seiner klaren Darstellung des katastrophalen Zustandes des Bundesheeres nicht nur all jene wachgerüttelt, die bis dato im Irrglauben lebten, dass sich das Österreichische Bundesheer in einem Aufwärtstrend befinde, sondern er hat auch die drastischen Folgen des jahrzehntelangen Kaputtsparens aufgezeigt. Diese werden sich sowohl auf die Soldatinnen und Soldaten als auch auf die Bevölkerung auswirken und deren Sicherheit gefährden. Dabei geht es nicht um Öffentlichkeitsveranstaltungen oder den Betrieb einer Sicherheitsschule, sondern es betrifft vorrangig die Sicherstellung der Militärischen Landesverteidigung als Primäraufgabe und die Katastrophenhilfe als Sekundäraufgabe, welche bei der derzeitigen Ressourcenlage nicht mehr gewährleistet werden kann.

Eines kann man schon jetzt sagen: Das Ergebnis des für Herbst angekündigten Zustandsberichtes wird wenig überraschend, aber dafür sehr ernüchternd ausfallen. Ohne eine sofortige Ausgleichsfinanzierung und einem entsprechenden Regelbudget wird das Bundesheer seine Kernaufgaben in Zukunft nicht mehr erfüllen können.

Vizeleutnant Othmar Wohlkönig,

Präsident der Österreichischen Unteroffiziersgesellschaft

Kundenferne der neuen Sozialversicherungen

Der Hauptverband als Koordinierungsdach, die regionalen, möglichst auf die Bedürfnisse von Berufsgruppen abgestimmten Versicherungsträger wurden durch die alte Regierung weggeblasen. Jetzt wird undifferenziert umstrukturiert, undifferenziert auseinanderdividiert, undifferenziert neu zusammengefasst. Neue sündteure Logos auf den Eingangstüren. EDV-Systeme werden aufgelöst, neue, teurere zugekauft. Alle Beitragsgelder nach Wien. Mitbestimmung in den Ländern ade. In welchem Call-Center wird wer wo abheben? Welche Wiener Anschrift schreib ich aufs Kuvert, wenn ich Arbeiter in Linz, Bauer in Kärnten, Gewerbetreibender in Salzburg oder Bergarbeiter in Tirol bin?