Eine Wahl mit schalem Nachgeschmack

Ist die knappe Wahl der ehemaligen deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin eine Sternstunde der Demokratie oder einfach das mittelmäßig erfolgreiche Ende eines abgekarteten Spiels? Weder noch. Nach dem Vorgeplänkel des Ministerrates um die verschiedenen potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten bleibt ein schaler Nachgeschmack. Ursula von der Leyen kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden, aber ihr Wahlergebnis ist ein Denkzettel des EU-Parlaments an die verschiedenen nationalen Regierungschefs.

Unter der Führung von Emmanuel Macron ist das Spitzkandidatenmodell im Vorbeigehen vom Tisch gewischt worden. Gerade dieser Prozess ist Wasser auf die Mühlen der EU-Gegner - und die Kritik ist teilweise gerechtfertigt. Jener Emmanuel Macron, welcher sich gerne für eine stärkeres Europa ausspricht, hat mit seinem Kandidaten-Schachspiel die demokratischen Säulen innerhalb der EU nicht wirklich gestärkt.

Pascal Merz,

CH-6210 Sursee

Weibliche Solidarität in
der EU und Österreich

Wenn man davon ausgeht, dass Ursula von der Leyen die erforderliche Qualifikation für ihren neuen Job mitbringt - und das ist Fakt -, muss man sich fragen, wieso so viele Feministinnen in diversen Parteien europaweit eigentlich die parteiinternen Absprachen über das Frauenthema gestellt haben. Hätten alle Frauen im EU-Parlament, ungeachtet ihrer Parteizugehörigkeit, wirklich "weiblich gedacht", dann wäre die neue EU-Kommissionspräsidentin wahrscheinlich nicht mit knapper, sondern mit überwältigender Mehrheit gewählt worden.

Und denken wir zurück: Hätten die österreichischen Frauen nicht parteipolitisch, sondern weiblich gedacht, hieße unser Staatsoberhaupt jetzt Irmgard Griss.

Wenn wir also die "Quote" zumindest in der Politik ernst nehmen wollen, müssen zuerst die Frauen ihr parteipolitisches Denken an die zweite Stelle ihrer Prioritäten setzen! Und das österreichische Parlament? Die derzeit einzige österreichische Partei mit einer Frau an der Spitze, die SPÖ, hätte sich gegen eine EU-Kommissarin Karoline Edtstadler quergelegt, weil es sich schließlich um eine Vertraute von Sebastian Kurz gehandelt hätte.

Günter Braun,

1020 Wien

Eine Großspende
in letzter Minute

Die Spende von Hans Peter Haselsteiner hat die Parteikasse der Neos gefüllt, ob sie allerdings so kurz vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes zur Spendendeckelung auch klug war, steht auf einem anderen Blatt. Das von Beate Meinl-Reisinger stets propagierte vorgebliche Saubermann-Image der Neos ist jedenfalls mit dieser Zuwendung flötengegangen.

Und wie man schon am Auf und Ab der deutschen FDP sieht: Eine marktradikale Partei braucht kein Mensch.

Klaus Dieter Tremmel,

per E-Mail

50 Jahre und kein
echter Fortschritt im All

Am 21. Juli 1969, 12.56 Uhr, sahen die Australier ein großartiges Weltraumereignis im Fernsehen: die Mondlandung.

Am 21. Juli 2019, 12.56 Uhr, konnten die Australier ebenfalls ein Weltraumereignis im Fernsehen sehen: eine Wiederholung der TV-Serie "My Favourite Martian" ("Mein Onkel vom Mars").

Wie weit sind wir in 50 Jahren gekommen? Es ist Zeit, echtes Geld in die Wissenschaft zu stecken, damit wir diesen Planeten verlassen können, bevor er stirbt.

Dennis Fitzgerald,

Melbourne, Australien

Zum Artikel von Eva Stanzl,
17. Juli

Genetische Ursachen
für Fettleibigkeit

Viel wissenschaftlich klingendes Gerede - um nur nicht den Schuldigen der Gewichtszunahme nennen zu müssen. Das sind beileibe nicht die "Gene", sondern das ist Fertignahrung. Supermarktprodukte, mit viel Chemie produziert, damit sie lange halten, nicht zerfallen, die Farbe und das Aussehen und den Geschmack behalten; und oft sind auch appetitanregende oder die Sättigung ausschaltende Hormone dabei.

Kurz: wertlose Produkte, die der Körper nicht verstoffwechseln kann. Viel Zucker und Sirupe sowie Zuckerersatzstoffe spielen die Hauptrolle. Genau das ist die Ursache für generell höheres Gewicht, und nichts anderes.

Hermann Markwart,

per E-Mail