Jetzige Sommerzeitregelung
ist am sinnvollsten

Still ist es geworden um die heiße Diskussion zur Neuregelung der Zeitumstellung in Europa. Zur Erinnerung: 0,8 Prozent der europäischen Bevölkerung haben sich in einer Umfrage für das Ende der Zeitumstellung ausgesprochen. Hauptargument ist die "Umstellung", die dieser Gruppe zu schaffen macht. Still ist es geworden um die Sommerzeitverweigerer, denen der Sonnenaufgang um 5.12 Uhr um eine Stunde zu spät ist und die lieber den Sonnenuntergang um 20.12 Uhr statt um 21.12 Uhr haben wollten.

Dass sich Jean-Claude Juncker in dieser Frage voreilig aus dem Fenster gelehnt und das Ende der Zeitumstellung angekündigt hat, verdeutlicht wieder, dass sich die EU fallweise in ganz nebensächlichen Fragen verstrickt. Es wird wohl noch Jahre dauern, bis neue Lösungen fruchten, voraussichtlich mit neuen Zeitzonen, wonach das Problem höchstens verlagert wird. Mich würde es nicht wundern, wenn zuletzt doch die Einsicht gewinnen würde, dass die derzeitige Regelung der Sommerzeit doch die sinnvollste ist.

Um welche Uhrzeit soll im Sommer die Sonne aufgehen? - © dpa/Julian Stratenschulte
Um welche Uhrzeit soll im Sommer die Sonne aufgehen? - © dpa/Julian Stratenschulte

Anton Wintersteller,

5201 Seekirchen

Zum Gastkommentar von
Christian Ortner, 19. Juli

Der Euro könnte massiv
an Wert verlieren

Kein maßgeblicher Politiker steht wirklich auf der Seite der Sparer. Zu vielen Staaten nutzt die Politik Mario Draghis und auch Christine Lagardes. Allerdings ist es auch möglich, dass nur die Geduld der Bevölkerung diesmal besonders ausgeprägt ist. Das Warnzeichen, dass der Goldpreis steigt, ist aber schon da. Als gesichert erscheint, dass die EZB nach dem Modell der Deutschen Bundesbank tot ist und wohl in Zukunft nach südlicheren Regeln arbeiten wird. Eine weitere Verschlechterung für die nördlichen (zahlenden) EZB-Mitglieder - aber die sind bekanntlich geduldig.

Jürgen Jauch,
4040 Linz

Das Bundesheer sollte der Friedensarbeit dienen

Dass Grundwehrdiener ordentliche Unterkünfte und Übungsgeräte haben, ist eine Mindestforderung an das Budget. Die Erfüllung des Verfassungsauftrages bedarf einer Einschätzung, was Österreichs Sicherheit gefährdet. Davon ausgehend, dass die weltpolitische Lage dafür maßgebend ist, soll alles versucht werden, durch Friedensarbeit Konflikte zu entschärfen.

Die gewünschte Sicherheit Österreichs kann mit militärischen Mitteln kaum erhöht werden. Die Soldatinnen und Soldaten sollen durch Schulung zur Konfliktbeilegung und an guten Schutz- und Verteidigungsgeräten für Friedensmissionen ausgebildet werden, um bestmögliche Friedensarbeit leisten zu können, die die Sicherheit der Bevölkerung vor internationalen Konflikten und auf Auslandsreisen erhöht. Militärische Aufrüstung alleine bringt weder einen Sicherheitsgewinn noch eine sinnvolle Investition in Österreichs Zukunft.

em. Univ.-Prof. H. Peter Degischer, 1040 Wien

Wie man Ländern in Not wirtschaftlich helfen könnte

Es gibt doch Länder wie Syrien, Mozambique oder Haiti, die durch Krieg oder Naturkatastrophen in einer Lage sind, die nach Hilfe schreit. Ich stelle die Frage: Mindert es den Geldwert in Europa oder riskierten wir zu viel Inflation, wenn die EZB (einvernehmlich) Lira, Metical oder Gourde für die drei genannten Länder drucken und damit europäische Firmen "beschenken" würde, die dann mit diesem Geld an Ort und Stelle am Auf- oder Wiederaufbau mitwirken könnten? Mit Niederlassungen, mit Beschäftigung von Einheimischen, plus Anstellung von europäischen Arbeitslosen und Helfern, die ordentlich in der Landeswährung bezahlt werden würden, das jeweilige Land aber nichts kosten würden?

Man könnte Slums aufrüsten und Märkte schaffen, indem man die Kaufkraft der Bevölkerung steigerte. Und das Geld würde nicht durch die Hände von Regierungen und Beamten gehen müssen. Sicher: Komplizierte Verträge müssten geschlossen werden, viele Details geklärt, mit mehr Fairness als früher hoffentlich.

Ich glaube, wenn die Globalisierung gelingen soll, brauchen wir eine Aufbruchstimmung wie vor drei-, vierhundert Jahren, als Europa in der ganzen Welt aktiv war. Stattdessen igeln wir uns ein und fürchten uns davor, dass "die alle zu uns kommen wollen". Mut, Fantasie und Zuversicht sind gefragt!

Kurt Ruppi,
2320 Schwechat