Zum Artikel und Leitartikel von Gerhard Lechner, 20. Juli

Wolodymyr Selenskyj
zwischen Ost und West

Während der "transatlantische Westen" gerne die Ukraine weiter in Konfrontation mit Russland gesehen hätten, setzt Wolodymyr Selenskyj auf Deeskalierung. Da sind ihm bereits einige Erfolge gelungen, was auch von weiten Teilen der Bevölkerung geschätzt wird, besonders natürlich von den übers ganze Land verbreiteten russischsprachigen Menschen - nicht sehr von den nationalistischen Kreisen der Westukraine.

Wie weit er dem Druck aus dem "Westen" standhalten wird können, bleibt abzuwarten. Für die Ukraine kann man nur hoffen, dass sich das Verhältnis zu Russland wieder normalisiert, sich die EU und Nato bei Interventionen in die inneren Angelegenheiten Zurückhaltung auferlegen, die Konfliktpunkte auf diplomatischem Wege entschärft werden und Selenskyj zumindest einiges gelingt, was er versprochen hat.

Max Cholewka,
1220 Wien

Politiker und
ihre Geheimnisse

Man muss wohl davon ausgehen: Alle Politiker verheimlichen uns etwas. Nur ganz selten wird offenbar, was ein Politiker wirklich denkt, was seine wahren Absichten sind, wie er wirklich tickt. Offenbar bedarf es der Alkoholisierung, dass da die Wahrheit herauskommt. Nun, wir haben so etwas erst unlängst erlebt. Ich spreche vom Ibiza-Video.

Aber jetzt wieder! Warum hat die ÖVP unter wirklich seltsamen Begleitumständen fünf Computer- bzw. Drucker-Festplatten vernichten müssen? Mit doppelter und dreifacher Kontrolle und Überkontrolle? Da war doch etwas zu verbergen. Was denn? Wir werden es nicht erfahren. Jedenfalls wird der Öffentlichkeit etwas verheimlicht. Wahrscheinlich nichts Gutes. Gutes braucht nämlich das Licht des Tages nicht zu scheuen.

Peter F. Lang,
per E-Mail

Ein möglicher Angriff
der USA auf den Iran

Die Kampfkraft der iranischen Luftverteidigung wird als nicht besonders hoch eingestuft, aber die Qualität ist höher als bei bisherigen bewaffneten Konflikten. Ein Luftangriff erfolgt in der Regel in folgender Sequenz: Zielaufklärung mit Drohnen, Bekämpfung von Luftverteidigungsanlagen mit Marschflugkörpern und Luftschläge mit Kampfflugzeugen gegen ausgewählte Nuklearanlagen; ergänzend werden Cyberattacken und elektronische Störmaßnahmen eingesetzt.

Die US-Luftwaffe und Marineflieger können wahrscheinlich die iranische Luftverteidigung neutralisieren. Es stellt sich aber die Frage, wie viele eigene Verluste dabei in Kauf genommen werden. Der Iran will bei einem amerikanischen Angriff falls nötig die Straße von Hormus im Persischen Golf sperren, um den internationalen Handel mit Öl empfindlich zu stören. Auch Israel könnte ein Angriffsziel werden. Der Iran verfügt über ballistische Raketen und in Syrien sowie im Libanon hat die Hisbollah Raketen bereitgestellt, die israelische Städte treffen können.

Oberst iR Kurt Gärtner,

4600 Wels