Zum Artikel von Daniel Bischof, 21. August

Begrünte Wartehäuschen
und wandernde Alleen

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis fällt zu Ungunsten dieser lächerlichen Maßnahmen aus. Das Gesamtkonzept müsste darin bestehen, dass man nicht jeden noch grünen Fleck zubetoniert und zugunsten von Luxuswohnungen hunderte Bäume fällt. Der Hebel müsste so angesetzt werden, dass Investoren und Baulöwen das profitable Handwerk zumindest stark eingeschränkt würde. Aber wo Geld im Spiel ist, erweist sich die Politik als mächtiger Player.

Waltraut Kupf,

per E-Mail

Zum Artikel von Eva Stanzl,
17. August

Mischwesen aus
Tier und Mensch

Die Frage, ob die hier beschriebenen Tiere mit menschlichen Genen "Hoffnungsträger" für die Züchtung von Spenderorganen sind, greift viel zu kurz. Vielmehr ist die Frage nach den Grenzen von Wissenschaft zu stellen und zu beantworten; und zwar unter Berücksichtigung des "Zauberlehrling-Syndroms", welches uns bekanntlich alles tun (oder zumindest versuchen) lässt, was wir tun können - in der Regel bis zu dem Punkt, an dem wir die Geister, die wir riefen, nicht mehr loswerden.

Horst Rathbauer,

per E-Mail

Vielleicht zu Unrecht
im Visier der Justiz

Jeder von uns kann jederzeit Objekt einer Anzeige sein, selbst wenn er ein völlig reines Gewissen hat und sich nichts zuschulden kommen hat lassen. Wenn eine Anzeige erstattet wird, von wem auch immer, dann ist es der normale Vorgang, dass die Staatsanwaltschaft ein Verfahren mit Erhebungen einleitet und eventuell auch eine Aussendung an die Presse darüber macht. In diesem Fall steht dann der Betroffene in der Öffentlichkeit als Übeltäter da. Und wenn das eingeleitete Verfahren sich hinzieht - etwa wegen Überlastung der Staatsanwaltschaft -, hat man praktisch keine Möglichkeit, sich zu wehren. Wenn eine Einstellung des Verfahrens erst nach Monaten erfolgt, dann ist der Nachteil für den Betroffenen schon eingetreten und meistens gar nicht mehr gutzumachen. Politiker verschiedener Couleur können davon ein Lied singen.

Deshalb die Forderung: Wir brauchen wieder den Untersuchungsrichter, den es bis zur Strafrechtsreform 2008 in unserer Rechtsordnung gegeben hat und den es in fast allen westlichen Rechtsstaaten gibt. Denn das würde bedeuten, dass die Einleitung von strafgesetzlichen Verfahrensschritten unter der maßgeblichen Kontrolle von unabhängigen Richtern erfolgt und nicht der weisungsunterworfenen Staatsanwaltschaft allein überlassen ist. Die Einleitung von strafrechtlichen Erhebungs- und Verfolgungsmaßnahmen wäre dann wieder von Anbeginn nur unter richterlicher Kontrolle möglich.

Und auch ein angemessener Fortschritt der Verfahrensmaßnahmen müsste dann durch Gerichte (eventuell sogar im Instanzenzug) überprüfbar sein. Es würde sich dann aufhören, dass unbescholtene Staatsbürger monatelang, oft über entscheidende Termine hinaus (zum Beispiel einen Wahltermin), im Licht der Öffentlichkeit ungerechtfertigt als Straftäter erscheinen.

Dr. Peter F. Lang,
per E-Mail