Zum Interview von
Thomas Seifert, 24. August

Europas Kritik an Brasilien
ist nicht gerechtfertigt

Der US-Ökonom Jeffrey Sachs blickt in der Hoffnung auf eine Lösung der Klimafrage auf Europa. Das sei ihm zugestanden. Aber: Wir klagen Brasilien wegen der ungehemmten Brandrodung an, weil das dem Weltklima schadet. Das können wir leicht tun. In Europa ist nahezu alles Land urbar gemacht, die Wälder sind Baumproduktionsstätten, die Feldraine sind seit den 1970er Jahren verschwunden - auch in Österreich. Die heile Natur ist in Wirklichkeit eine land- und forstwirtschaftlich intensiv genutzte Landschaft, und was sich so nicht nutzen lässt, wird touristisch "erschlossen".

Nach getaner Arbeit der ökonomisch optimierten Landschaftsnutzung lässt es sich aus dem erzielten Wohlstand leicht auf Brasilien zeigen. Zur Klarstellung: Der Regenwald ist uneingeschränkt schützenswert! Allerdings ist die die Frage, ob wir den Völkern der Welt sagen dürfen, was sie zu tun haben, für mich nicht klar zu beantworten.

Gerhard Friedhuber-Teuschl,

1020 Wien

Abholzungen am Amazonas sind schon lange bekannt

Seit Anfang der 1980er Jahre ist das Thema Amazonas und seiner Abholzung auf dem Tapet und nichts, aber auch gar nichts hat sich seitdem auf dem Weg des Gespräches getan. Es müssen endlich harte Worte, Taten und vor allem Entscheidungen folgen, die Zeit des Dialogs ist nach fast 40 Jahren vorbei. Importstopp für alle Waren aus Brasilien, wenn weiter Regenwald abgeholzt wird!

Ernst Pitlik,

1220 Wien

In Europa werden
Ackerflächen vernichtet

In Europa wurde schon vor hunderten von Jahren Wald abgeholzt und damit Ackerboden geschaffen. Heute werden diese Ackerböden durch Bodenversiegelung zerstört. In Österreich wird eine Fläche von 13 Hektar pro Tag versiegelt, pro Jahr sind das 4745 Hektar (47,45 Quadratkilometer), alle zehn Jahre mehr als die Fläche von Wien (414 Quadratkilometer)!

Brasilien verwandelt derzeit Waldgebiete in fruchtbare Ackerflächen. In Europa sind wir schon weiter, da werden fruchtbare Ackerflächen durch Bodenversiegelung zerstört. Da ist der Hinweis europäischer Politiker an Brasilien, die grüne Lunge Regenwald zu schonen, nur ein Ablenken von den eigenen Problemen.

Ferdinand Kafka,

1070 Wien

Jeder hat zum Gemeinwesen seinen Beitrag zu leisten

Pamela Rendi-Wagner fordert steuerfreie Gehälter bis 1700 Euro. Jene, die dann noch Steuer bezahlen, werden sich wohl kräftig verhöhnt vorkommen. Jeder hat zum Gemeinwesen seinen Beitrag zu leisten, auch wenn er noch so gering sein sollte.

Und woher sollen die für den Staat erforderlichen finanziellen Mitteln kommen? Kleiner Vorschlag: Zahl der Abgeordneten reduzieren, Parteienförderung kürzen oder noch besser ganz streichen, Förderungen von Parteiakademien streichen, Dienstfahrzeuge streichen und durch ein Jahresticket für öffentliche Verkehrsmittel ersetzten, und so weiter.

Ernst Sim,

per E-Mail