Die Grünen gewannen
durch das Umweltthema

Neben dem unbestrittenen Wahlsieger Sebastian Kurz wird Werner Kogler von seinen Anhängern auch als solcher gefeiert. Ist er das aber wirklich? Den Wahlerfolg verdanken die Grünen zum überwiegenden Teil "Fridays for Future"-Bewegung, die - für Kogler - zum richtigen Zeitpunkt international hochgeschwappt ist.

Welche Konsequenzen müssten daher die Grünen für etwaige Koalitionsverhandlungen ziehen? Das Umweltthema, und damit etwa die Linie der West-Grünen, muss eindeutig vor den linksfreundlichen gesellschaftspolitischen Strömungen der Wiener Grünen Vorrang haben. Dann kann eine Koalition gelingen.

Günter Braun,

1020 Wien

Türkis-Grün wäre eine
instabile Regierung

Wenn die beiden Wahlsieger Türkis und Grün die neue Regierung bilden, wird man rasch sehen, wohin dies führt. Ob so eine Regierung aber wirklich gut ist für Österreich, ist mehr als fraglich. Ich bin mir fast sicher, dass sie nicht die volle Amtszeit durchhalten würde. Dazu sind die Grünen viel zu radikal in ihren Forderungen und in deren Auswirkungen auf das reale Leben, wenn sie sich durchsetzen können.

Ernst Pitlik,

1220 Wien

In der Regierung zu sein, schadet extremen Parteien

Jung, dynamisch, keine Angst vor Rechts oder Links, aber klare Kante bei Missbrauch der demokratischen Regeln. Sebastian Kurz in Österreich zeigt der deutschen CDU/CSU, wo "der Barthel den Most" holt. Aber er zeigt auch, dass er von Angela Merkel gelernt hat: Wer mitregiert, verliert. Das Wunderbare daran ist, dass das nicht nur bei FDP oder SPD funktioniert, sondern offensichtlich auch gegen den rechten Mob.

Jeder, der mitregiert, zerstört sich selbst. So auch die FPÖ. Das bedeutet, dass, wer den rechten Rand bekämpfen will, ihn nicht ausgrenzen darf - das befördert ihn eher -, sondern er muss ihn einbinden. Dann versenken sich die Einfachdenker selbst. Ich will mal unken: Die nächste Partei, der das blüht, sind in Österreich die Grünen.

Michael Maresch,

D-80799 München

Das Arbeitsmarktservice vertraut dem Computer

Wozu braucht man einen Algorithmus, um Arbeitssuchende in drei Gruppen einzuteilen? Die Berechnungen für drei Kategorien - leicht, mittel und schwer vermittelbar - kann man mit Bleistift und Papier durchführen, dazu braucht man keine Maschine.

"Sie sind nur Kategorie 3." Schuld ist der Computer: Das kennen wir schon. "Wer übernimmt Verantwortung, wenn die Maschine irrt?" Die Maschine irrt nicht, sondern die Maschine macht das, wozu sie programmiert wurde. Die Programmierer wiederum treffen die Einstufung nach Vorgaben, die ihnen gegeben werden. Da ist die Leitung des Arbeitsmarktservice voll verantwortlich.

Peter Jürß,

1160 Wien