Zum Artikel von Petra Tempfer,
10. Oktober

Das Gesundheitssystem
gerät in Schieflage

Die Hauptproblematik bei der Sichtweise der Ärztekammer liegt in deren noch immer feudalem Strukturgehabe des 19. Jahrhunderts. Im Gesundheitsbereich ist Interdisziplinarität jenseits der hierarchischen Struktur der Ärzteschaft gefragt. Heute braucht es die Teamarbeit der verschiedenen Gesundheitsberufe auf gleicher Augenhöhe, dort liegt die Zukunft und nicht im veralteten "Göttersystem" der Ärztekammer und in deren einseitigen Geldvermehrungswünschen.

Mag. Alfred Zopf,

1130 Wien

Wahlärzte verdrängen
die Kassenmedizin

Die Ärztekammer fordert 1300 zusätzliche Vertragsärzte. Wie unrealistisch! Schon jetzt können rund 100 Kassenstellen nicht nachbesetzt werden. Ein Heer von 10.000 engagierten Wahlärzten verdrängt die Kassenmedizin.

Als Paradefall dient Wolkersdorf im Weinviertel: Fünf Allgemeinmedizinerinnen und ein Allgemeinmediziner sind dort tätig, allesamt ohne Vertragsbindung, demnächst kommt eine weitere Wahlarztpraxis hinzu. Den 7200 Einwohnern steht nur eine Hausärztin mit Kassenvertrag zur Verfügung. Für zwei offene Hausarztstellen fehlen Bewerber. Nebenbei gibt es in der Stadt 20 Fachärzte, alle ohne Kassen! Überspitzt formuliert: Wolkersdorf hat bald mehr Wahlärzte als Einwohner.

Dr. Wolfgang Geppert,

1010 Wien

Zum Leitartikel von Judith Belfkih, 8. Oktober

Gewalttäter sind für
ihre Taten verantwortlich

Im Großen und Ganzen finde ich den Leitartikel über den fünffachen Mord in Kitzbühel richtig. Einzig die Feststellung, dass "die Gesellschaft" den Nährboden bereitstelle, halte ich für nicht korrekt. "Die Gesellschaft" stellt sicher keinen Nährboden bereit, Umstände (in) der Gesellschaft können den Nährboden bilden. Es liegt auch an Entscheidungen des Individuums, das sich trotz gesellschaftlicher Umstände, die hunderttausende andere nicht zu Gewalttätern und Mördern machen, für die Gewalttat und damit gegen seine Mitmenschen entscheidet.

Michael Milosits,

per E-Mail

Bauern werden in der
SVS benachteiligt

Die Sozialversicherung organisiert sich seit Gründung in Form der sogenannten Selbstverwaltung. Die Versicherten selber treffen budgetäre, ökonomische, solidarische und soziale, auf die Bedürfnisse ihrer Gruppe abgestimmte Entscheidungen. Durch die Strukturreform der alten Regierung wurde der Einfluss der ArbeitnehmerInnen im ASVG-Bereich knallhart runtergestutzt und die Arbeitgeber, die Wirtschaft, die Industrie haben letztlich das Sagen. Es liegen einige Klagen auf den Tischen des Verfassungsgerichtshofes und einige Regeln werden gekippt werden, so meinen viele Kenner.

Nichts gekippt wird dagegen in der Bauernsozialversicherung. Da hat niemand geklagt, weil regierungskonformes türkises Bravsein angesagt war. Die neuen Gremien in der künftigen Selbständigenversicherung (SVS), die aus der Zusammenführung der gewerblichen und der bäuerlichen Sozialversicherung entsteht, hat eine kuriose Mitbestimmungsaufteilung, die auf Basis der Versichertenzahlen entstand. 30 Prozent Stimmvertretung durch die Bauern, 70 Prozent Stimmvertretung durch die Wirtschaft. Was kommen da wohl für Ergebnisse raus? Wessen Interessen werden da wohl automatisiert vertreten?

Fritz Baumgartner,
4222 St. Georgen/Gusen

Die Türkei schickt
Militär nach Nordsyrien

Die Türkei marschiert in Syrien ein und führt Krieg gegen die Kurden - und die Weltöffentlichkeit schaut zu und ist nicht in der Lage oder willens, den Autokraten Recep Tayyip Erdogan in die Schranken zu weisen.

Ernst Pitlik,

1220 Wien

Die Kurden werden
im Stich gelassen

Jetzt werden die Kurden weder Zeit noch Ressourcen haben, um die gefangen gehaltenen IS-Terroristen weiter zu bewachen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese wieder auf freiem Fuß sind, aber das und das Schicksal der kurdischen Kämpfer ist Donald Trump egal. Von Weitsicht war sein Handeln noch nie geleitet.

Richard Pfiszter,

per E-Mail