Konzeptloser Umgang
mit dem Bundesheer

Ich habe den Eindruck, dass es unterschiedliche Meinungen über die Aufgaben des Bundesheeres gibt, obwohl diese relativ klar festgelegt sind. Will eine Regierung dem Heer weniger Aufgaben zuweisen als in der Verfassung festgeschrieben, dann müssten Gesetze geändert werden.

Selbstverständlich hat sich das Bedrohungsbild durch technischen Fortschritt, gesellschaftlichen Wandel, Umgestaltung der Weltordnung und den globalen Terrorismus geändert. Man spricht jetzt von einer hybriden Bedrohung, die zivile, terroristische und konventionell-militärische Aktionen einschließt. Der Verfassungsauftrag (B-VG Art. 79, Absatz 1) besagt, dass das österreichische Bundesheer nach den Grundsätzen eines Milizsystems einzurichten ist: Gerade in Zeiten einer hybriden Bedrohung hat die Miliz einen Sinn, wenn sie rasch verfügbar ist.

Ganz egal, welches Heer man haben will, mit einem Verteidigungsbudget von nur 0,5 Prozent des BIP kann man bestenfalls eine Operettenarmee unterhalten.

Oberst iR Kurt Gärtner,

4600 Wels

Die Tauglichkeit der Grundwehrdiener

Die bewährten neun Tauglichkeitsstufen wurden im Laufe der Jahre in ihrer Präzision nicht verändert. Was sich allerdings verändert hat, ist die physische und psychische Leistungsfähigkeit unserer Jugend. Eine Aufweichung der Kriterien ist nicht die Lösung für ein gesamtstaatliches Problem der Volksgesundheit, dessen Ursprung meist in den Kindesschuhen zu finden ist.

Mit einer Teiltauglichkeit, bei der junge Männer von allen möglichen Belastungen befreit sind, ist weder dem Bundesheer noch den Zivildienstorganisationen geholfen. Das eigentliche Problem des Bundesheeres liegt im zu kurzen Grundwehrdienst. Mehrmals im Jahr werden junge Staatsbürger ausgebildet, die nach sechs Monaten wieder entlassen werden, ohne sie in der Miliz weiterverwenden können. Daher fordert die Österreichische Unteroffiziersgesellschaft einmal mehr die Rückkehr zum achtmonatigen Grundwehrdienst, der sich aus sechs Monaten Präsenzdienst und zwei Monaten verpflichtenden Waffenübungen zusammensetzen muss.

Vzlt Othmar Wohlkönig,
Präsident der Österreichischen
Unteroffiziersgesellschaft

Zum Kommentar von
Eva Stanzl, 25. Oktober

Anmerkungen zum
Ende der Sommerzeit

Nicht 84 Prozent der EU-Bürger haben für die Abschaffung der Zeitumstellung gestimmt. Es hat nicht einmal 1 Prozent der 500 Millionen EU-Bürger an dieser Umfrage teilgenommen, die noch dazu vor allem aus Deutschland und Österreich stammten, wo das Jammern über die Zeitumstellung anscheinend am weitesten verbreitet ist.

Es gibt keine Winterzeit, es gibt die Normalzeit.

Insgesamt gewinnen oder verlieren wir bei jeder Zeitumstellung 0,0 Sekunden Helligkeit.

Ist es wirklich eine brillante Idee, die dauerhafte Sommerzeit einzuführen und dann Schul- und Arbeitszeiten ebenfalls eine Stunde nach hinten zu verschieben? Kleiner Tipp: Einfach die Normalzeit wieder als Ganzjahreszeit einführen und wir brauchen diesen Trick gar nicht.

Mir ist es letztendlich egal, wie es kommt, aber die ganzjährige Sommerzeit halte ich für die schlechteste aller Lösungen. Da ist die Umstellerei noch die deutlich bessere Lösung.

Markus Winkler,

per E-Mail

Späte Wintermorgen
in Frankreich

Bei Sommerzeit über das ganze Jahr würde in Paris der Sonnenaufgang am 21. Dezember erst um 9.41 Uhr stattfinden!

Reinhard Klammer,

per E-Mail

Zum Leitartikel von
Walter Hämmerle, 24. Oktober

Konsequente Haltung
in Sachen Brexit

Bei allem parlamentarischem Geplänkel und den englischen Shows zum Brexit sind die Absichten Londons klar erkennbar: ohne Kosten und Verpflichtungen weiterhin möglichst viele Vorteile einer Mitgliedschaft auch als Nichtmitglied mitzunehmen und die EU durch Hinhaltetaktik zu zermürben. Brüssel muss konsequent bleiben, weil die Grundstrukturen der Union zerstört wären, wenn Vertragsbruch durchgeht und Nachahmer findet.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien