Zum Kommentar von Martyna Czarnowska, 31. Oktober

Das Rauchverbot ist ein guter Kompromiss

Erstens sind der Grund für das jetzige Gesetz nicht die Nichtraucher, sondern die bornierten Tabak-Fundamentalisten selbst: Mit dem Zugeständnis, dass erwachsene Menschen sich frei entschieden haben, nicht rauchen zu wollen, hätte es kein Gesetz gebraucht. Raucher hätten sich in Anwesenheit von Nichtrauchern erst gar keine Zigarette angezündet. Zweitens ist jetzt ein guter Kompromiss gefunden und das Rauchen ja eben nicht verboten worden: Raucher können vor jedem Lokal, vor jedem Café und überall daheim rauchen.

Folgt man den Gedanken der Autorin, fühle ich mich auch ausgeschlossen und fordere meine eigene Zone im Straßenverkehr, weil ich gerne besoffen Auto fahren will.

Sebastian Winkelmann,

per E-Mail

Die Menschen kommen nicht ohne ein Laster aus

Ich gebe es zu, ich bin Gelegenheitsraucher. Verständlich, dass ich Tabakrauch nicht unangenehm finde, es ist - wie bei vielen Dingen - eine Sache der Intensität. Die Intensität der Bekämpfung des Tabakrauches würde ich mir bei diversen Anlässen (und die gibt es genug) wünschen.

Da der Mensch anscheinend ohne Laster nicht auskommt, werden wir wahrscheinlich in Zukunft "Clubs" von Tabakliebhabern sehen. Und irgendwie erinnert mich die aktuelle Hysterie an eine andere: die Prohibition in den USA. Sie hat den Alkohol nicht aus der Gesellschaft verdrängt, aber der Kriminalität das Tor in diese geöffnet.

Jürgen Jauch,

4040 Linz

Die Österreicher fürchten sich vor Veränderungen

Man könnte fast glauben die Österreicher leben hinterm Mond: In alle Tavernen, Bars, Beisln, Pubs und ähnlichen Lokalen in Ungarn, Italien, Irland, England und so weiter wurde geraucht, dass die Bude nur so qualmte, und heute ist es dort rauchfrei und die Gäste haben sich daran gewöhnt. Nix ist passiert. Man kann sich auch zu Tode fürchten.

Kann sich noch jemand daran erinnern, was es in Österreich für ein Gezeter gab, bevor wir auf die EU-Autokennzeichen umgestellt haben? Offensichtlich ist die Angst vor der Veränderung ein klassisches Austriakum. Vielleicht sollten wir üben, ein bisschen positiver zu denken. In Anbetracht einer Zukunft, die mehr denn je Veränderungen mit sich bringen wird, ist das schon fast eine Notwendigkeit.

Karl Exler,

per E-Mail

Das Steuersystem gehört umgekrempelt

Forderungen nach futuristischen ökologisch-ökonomischen Abgabenreformen, ob von IHS und Wifo, ob von Pionieren der letzten Handwerker wie Heinrich Staudinger oder der Industrie wie Georg Kapsch, bleiben ungehört. Damit wir mit Schönreden und Ankündigungen der größten Reformen aller Zeiten nicht noch länger hingehalten werden, sollte die Übergangsregierung eine Steuer- und Abgaben-Reformkommission einsetzen. Am besten unter der Führung einer politisch unbefangenen Präsidentin aus der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder.

Ziel muss die völlige Abschaffung der Abgaben und Beiträge auf Lohnbasis sein, welche nicht dem Nutzen der Arbeitnehmer dienen, sondern den allgemeinen Wohlfahrts- und Strukturaufgaben des Staates. Es ist nicht länger einzusehen, dass Dienstleister in Gesundheits-, Pflege- oder Sozialberufen mit Abgaben auf ihre Bruttolohnsumme für Krankheiten, Unfälle oder Sucht mitzahlen müssen, die andere verursachen.

Es muss noch weiter gehen bis zu den Digitalkonzernen, die für Werbung oder Dienstleistungen unvorstellbar viel Energie verbrauchen und leistungsfähige Netze benötigen. Nicht jene, die dafür die Infrastruktur schaffen, dürfen mit einer Kommunalsteuer belastet werden, sondern jene Weltkonzerne, für die die Schweiz zur Gewinnveranlagung schon zu klein ist! Die wegfallenden Dienstgeberabgaben sind den Bruttolöhnen zuzuschlagen. Das bringt nicht nur Wirtschaftsbelebung, sondern auch spürbaren Bürokratieabbau.

Dkfm. Johann Fuchshuber,

4710 Grieskirchen