Zum Artikel von Bernd Vasari,
2. November

Der Flugverkehr muss
generell reduziert werden

Bernd Vasari hält ein Plädoyer für billiges Fliegen und zeichnet dabei ein recht idyllisches Bild: 4,3 Milliarden Menschen flogen im Jahr 2018 (das wären mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung!) mit dem schönen Ziel, andere Menschen und Kulturen kennenzulernen. Und um das Klimaproblem zu lösen, müsste man nur einen ökologischen Antrieb entwickeln.

Die Realität sieht freilich anders aus: Fliegen ist zwar zum Massenphänomen geworden, demokratisch wurde die Fortbewegungsart dadurch aber nicht. Noch immer steht der Mehrzahl der Wenig- und Nichtflieger eine kleine Elite von Vielfliegern gegenüber. Selbst im wohlhabenden Österreich werden drei Viertel der Bevölkerung heuer in keinem Flugzeug sitzen. Dies, obwohl Wien-Schwechat zur Drehscheibe der Billigflieger verkommen ist.

Den Preis dafür zahlen die Arbeitnehmer der Branche: Austrian will hunderte Beschäftigte kündigen. Bei Laudamotion/Ryan-Air droht FlugbegleiterInnen ein All-in-Gehalt von 1.130,63 Euro brutto. WizzAir lehnt Kollektivverträge generell ab. Flugtickets müssen allein deshalb teurer werden, um den Teufelskreis aus Lohn- und Sozialdumping zu durchbrechen. Außerdem sollten in diesem Verkehrsbereich genauso Steuern gezahlt werden, wie es jetzt schon die Bahnpassagiere tun.

Selbstverständlich reicht es nicht, Flugtickets einfach nur zu verteuern, denn auch für Wohlhabende gibt es kein Menschenrecht auf Klimazerstörung. Die Emissionen der Branche müssen drastisch sinken. Zukünftige klimaverträgliche Antriebe helfen da nur bedingt, denn die derzeit gebauten Flugzeuge haben eine Lebensdauer von 30 oder mehr Jahren. Bleibt als einzige Konsequenz, dass man das Flugaufkommen generell reduziert; auch für die Reichen!

Dr. Heinz Högelsberger,

1190 Wien

Zur Klimapolitik gehört technischer Fortschritt

Der Artikel greift meiner Ansicht nach etwas zu kurz: Auch die Entwicklung eines umweltfreundlichen Flugzeugantriebs kostet viel Geld, müsste aber von jemandem bezahlt werden. Auch bei entsprechenden Förderungen schlussendlich vom Konsumenten.

Zudem handelt es sich auf volkswirtschaftlicher Ebene nicht um ein Entweder/oder. Nicht umsonst bejahte Professor Christoph Badelt neulich im ORF die Frage, ob umweltschädliches Verhalten teurer werden solle, und legte obendrein nach: "Solange es nicht eingepreist ist, zahlt es die Allgemeinheit." Auch bekräftigte er, dass die CO2-Steuer nur ein kleiner Teil eines Pakets einer Klimapolitik sei und auch eine proaktive Forschungspolitik dazugehöre.

Klimapolitik muss auch durch den technischen Fortschritt gelöst werden. Auch wenn dies direkte oder indirekte Subventionen miteinschließen würde, ist meiner Meinung nach davon auszugehen, dass der Preis eines umweltfreundlichen Flugtickets über dem eines jetzigen liegen wird.

Mag. Stefan Bruckner,

per E-Mail

Im Alltag kann man
einfach Energie sparen

An Energiesparmaßnahmen führt kein Weg vorbei. Gefordert sind Politik, Wirtschaft und wir alle. Dabei denke ich an Maßnahmen, die sich im Alltag leicht umsetzen lassen. Wer braucht schon laufende Fernseher oder permanente Musikberieselung in Gaststätten? Wie leicht könnten wir auf die Bildschirme in den U-Bahnstationen und auf die Leuchtreklamen im Stadtbild verzichten? Elektrogeräte in Privatwohnungen, die gerade nicht im Einsatz sind, lassen sich abschalten, was sich auch günstig auf die Stromrechnung auswirkt.

Zumindest für den Stadtverkehr könnte man ein Fahrverbot für Privatautos an jedem zweiten Tag andenken. Das hat in den 1970er Jahren auch problemlos funktioniert.

Elfie Fleck,

per E-Mail