Helmut Schmidt rauchte -
und wurde 96 Jahre alt

Der am 10. November 2015 verstorbene deutsche Altkanzler Helmut Schmidt war passionierter und notorischer Raucher. In den letzten Jahren war er gern gesehener Gast in diversen Talkshows - dabei ausnahmslos rauchend, denn er hatte eine Sonderstellung mit dem Privileg eines "rauchenden Talkshowgastes" bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten. Dort philosophierte Schmidt über das politische Weltgeschehen, dabei einen Lungenzug aus seiner Zigarette inhalierend, ehe er den Rauch wieder ausstieß und den eingenebelten Moderatorinnen über die Vorgänge in der internationalen Politik Auskunft geben konnte.

So brachte es Schmidt fertig, in keiner der von ihm besuchten Talkshows einmal nicht zu rauchen. Eine derartige "Standhaftigkeit" zeichnete ihn auch in Bezug auf sein politisches Handeln aus. Auf die Frage einer Moderatorin, wie es ihm denn erginge mit über 90 Jahren, meinte er leicht verärgert: "Etwas klapprig, Frau Maischberger." Was aber seinem Genuss am Kettenrauchen keinen Abbruch tat. Auch nachdem ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt werden musste, rauchte Schmidt keinen Deut weniger. Seine ungesunde Lebenseinstellung jedoch hat, rückblickend betrachtend, seinem kranken Herzen tatsächlich nichts anhaben können; so ist er trotz seiner gesundheitlichen Probleme 96 Jahre alt geworden.

Wilhelm Westerkamp,
per E-Mail

Wie eine Fliegerlegende
das Rauchen aufgab

Der US-Flugkapitän Robert N. Buck beschreibt in seiner Autobiografie "North Star over my Shoulder", wie er mit 34 Jahren Nichtraucher wurde. Vorher hatte er auf einem langen Flug oft ein ganzes Päckchen verbraucht. Dann kam einer der periodischen Checks, bei dem er diesmal vom checkenden Piloten und dem Flugingenieur trotz seiner Proteste mit Zigarren arg eingenebelt wurde. Als Nächstes erfuhr er in der Instrumentenwerkstatt seiner Fluglinie, wie dort mit dem Tabakteer gekämpft wurde, der sich in den feinen Lagern der Kreiselinstrumente sammelte. Die wurden nämlich mit der total verrauchten Kabinenluft betrieben.

Die Erzählung eines seiner Passagiere gab dann den letzten Anstoß. Der hatte einen Sohn bekommen, und als er sich über dessen Bett beugen wollte, um das Baby zu küssen, stieß ihn seine Frau weg mit den Worten: "Du wirst jetzt nicht dieses wunderschöne Kind küssen mit deinem grauslichen Zigarettenatem!" Das beeindruckte ihn so, dass er mit dem Rauchen aufhörte. Und das tat dann auch Robert Buck. Ob sich auch andere Raucher davon beeindrucken lassen?

D.I. Ewald Pangratz,

1130 Wien

Die Sozialsysteme werden zugrunde gerichtet

Die Natur, Autos, Stahl, Öl, Kohlen, Tourismus und Konsumwahnsinn sind schon ausgezuzelt. Der Raubmenschkapitalismus stürzt sich jetzt auf die Sozialsysteme. Spitäler, Kurheime und Sozialversicherungsträger sollen Gewinne machen. Das bedeutet: Abbau, Zentralisierung und Zerstörung der staatlich solidarischen Strukturen.

Den ehemals klassischen Non-Profit-Unternehmen werden Daumenschrauben angelegt, und es wird zugedreht, bis keine Menschen mehr vor Ort bei den Menschen sind. Sterbende ländliche Regionen ohne Arbeitsplätze. Die Verwaltung wird digitalisiert. Künstliche Intelligenz entscheidet über Leistungsgewährung. Neue Hüfte? Nein, die Alterspunkte waren zu hoch. Versicherungspolizzen, Blutwerte, Einkaufslisten - alles in Clouds abgespeichert und jederzeit herauszufiltern für Gewinninteressen. Wenn Sie ein Krankenbett brauchen, quälen Sie sich durch eine Hotline. Eine Computerstimme wird Sie durch das Menü leiten. Die Menschen an den Telefonhörern wurden wegrationalisiert.

Die Sozialversicherungslandschaft mit Hirn und Herz - nicht mehr da. Und die Regierung, der Nationalrat, die Wähler haben alle (blind) mitgemacht.

Fritz Baumgartner,

4222 St. Georgen/Gusen