Die Wintersportindustrie überschreitet jedes Maß

Das Schauspiel um das Schneeband in Kitzbühel ist sicher nicht lustig, es ist tragisch-komisch: Das weiße Band in grüner Landschaft sei ökologisch vertretbar, ja sogar nachhaltiger als die Pisten im Hochwinter, heißt es. Oben am Berg störe das Band niemanden, auch die Landesumweltanwaltschaft Salzburg habe trotz intensiver Prüfung keine Gründe für ein Verbot gefunden. Überhaupt sei die Berglandschaft dort alles andere als unberührt, der Schaden für den Boden sei vernachlässigbar, und es gebe auch keine schützenswerten Pflanzen und Tiere auf dem Gebiet des Schneebands.

Jetzt, da ohnehin der Boden verdichtet ist, Fauna und Flora sich in die letzten Bergwinkel verzogen haben, riesige Gebiete in den Alpen verschandelt und verbaut sind, kann man ja tun und lassen, was man will. The Skishow must go on. Als Ausgleich wurde ein Moor renaturiert. Wie schön. Diese Maßnahme wird aber leider auch nicht mehr viel daran ändern, dass Moore durch die zunehmende Erwärmung verschwinden.

Bei all der Empörung über das Schneeband gerät in den Hintergrund, dass es sich hier tatsächlich nicht um eine überaus große Umweltsünde handelt, sondern um das Symbol für einen Skitourismus, den weder Klimakrise noch Jahreszeiten aufhalten können. Die Klimakrise ist letztlich nur ein Symptom einer Gesellschaft, die verlernt hat, mit Grenzen umzugehen. Wir leben in einer endlichen Welt. Doch das wird verdrängt. Es ist erstaunlich, wie groß der Druck offenbar noch werden muss, damit wir aufhören, uns das Maximale zu nehmen, alles auszubeuten bis zum Letzten.

Auch ich bin leidenschaftliche Skifahrerin und Bergsteigerin, aber was in vielen Skiorten vor sich geht, entzieht sich meinem Verständnis für wirtschaftliche Notwendigkeiten. Manche Skiorte sind so klug und orientieren sich um auf möglichst naturnahen Tourismus. Kitzbühel gehört offensichtlich noch nicht dazu.

Eva Maria Bachinger,

per E-Mail

Das EuGH-Urteil zur polnischen Justizreform wirft Fragen auf

Das Urteil des Europäische Gerichtshofs zum unterschiedlichen Pensionsalter bei Richterinnen und Richtern sowie und Staatsanwältinnen und Staatsanwälten in der polnischen Justiz wirft für mich als juridisch unkundigen und nur mit Hausverstand ausgestatteten EU-Bürger einige Fragen auf: Wozu wird das Verfahren fortgesetzt, wenn Polens Regierung das inkriminierte Gesetz bereits im Vorjahr abgeändert hat? Ist die beanstandete Vertragsverletzung nur dann eine solche, wenn es um polnisches Justizpersonal geht? Liegt bei analogen Bestimmungen für normale Pensionisten keine solche vor? In Österreich und wohl auch etlichen anderen Ländern ist das Pensionsalter für Männer und Frauen noch immer unterschiedlich. Wenn dies eine Vertragsverletzung darstellt - warum klagt die EU-Kommission nicht auch diese Länder?

Helmut Hartmann,

per E-Mail

Zum Leitartikel von Walter
Hämmerle, 7. November

Wirtschaft und Umwelt
lassen sich nicht vereinen

Wirtschaft und Umwelt sind zwei konträre Zielgrößen: Man kann das eine, etwas simplifiziert ausgedrückt, meist nur zu Lasten des anderen forcieren. Ebenso kontrastreich sind die Programme der beiden Parteien ÖVP und Grüne, wobei die einen die Ökonomie, die anderen die Ökologie zum Primat erklärt haben. Da gibt es auch keinen Konsens im dialektischen Sinn mit Synthese, sondern nur entweder/oder beziehungsweise faule Kompromisse.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

Bei Austrian Airlines hat
das Management versagt

Jahrzehntelang war Österreich stolz auf "seine AUA". Das Problem begann schon vor vielen Jahren mit dem Anschluss an die Lufthansa. Der "große Bruder" expandierte weiter, die AUA wurde zum Stiefkind. Sobald es kriselte, wurde die Führung ausgetauscht. Der AUA-Geschäftsführer Alexis von Hoensbroech, seit 2018 in Wien, droht jetzt, kurz vor Weihnachten, ungefähr 800 Mitarbeiter abbauen zu müssen. Ohne nachzudenken, was das Management vielleicht selbst falsch gemacht hat. Ich wüsste gleich den 801sten, der zu kündigen wäre: der erfolglose CEO, Alexis von Hoensbroech.

Franz Schramböck,
4030 Linz