Zum Artikel von Reinhard Seiß,
16. November

Die Gasometer sind ein gelungenes Wohnprojekt

Ich möchte nicht auf die Kritik bezüglich der Ansicht eingehen, dass "heute das zusammenhanglose Durcheinander egomanischer Einzelprojekte im Stadtentwicklungszielgebiet Erdberger Mais" Realität ist. Auf das Entschiedenste trete ich jedoch der Aussage entgegen, dass die Gasometer hochsubventioniert wurden. Das entspricht nicht den Tatsachen.

Ebenso kann ich die Aussage nicht nachvollziehen, wonach die Gasometer ein denkmalpflegerisch und auch ökonomisch fragwürdiges Wohnprojekt seien. Und dass die Shoppingmall nicht den gewünschten Erfolg bringt, heißt noch lange nicht, dass sie gescheitert ist. Und mit Nachdruck möchte ich ausdrücklich festhalten: Die Wohnungen, die Garage und das Studentenheim wurden mit den üblichen, begrenzten Wohnbauförderungsmitteln erbaut. Es gab keine Sondermittel, nicht einmal für die Entsorgung der Kontaminierungen.

Noch eine Geschichte sei erwähnt: Wien benötigte 1999 eine größere Veranstaltungshalle, die Wohnbauvereinigung für Privatangestellte errichtete diese im Gasometer B ohne öffentliche Mittel. Kaum war sie in Bau, wurde beschlossen, die Halle F in der Stadthalle zu bauen. Dadurch entstand eine Konkurrenz, deren Lücken es zu schließen galt.

Die Gasometer sind ein gelungenes Wohnprojekt. Das beweist auch die Tatsache, dass nicht nur die Fluktuation sehr gering ist, sondern auch die Nachfrage ungebrochen groß. Und zum Schluss sei noch gesagt, dass es mir persönlich nach wie vor wichtig erscheint, dass in leerstehenden, denkmalgeschützten Industriebauten gemischte Nutzung und somit auch leistbarer Wohnraum eingebaut werden soll. Das ist auch eine Art von Kultur!

Elisabeth Weihsmann, Dir.i.R. der GPA Wohnbaugenossenschaft

Sebastian Kurz hat
die Qual der Wahl

Die Mehrheit der Bevölkerung scheint für eine türkis-grüne Koalition zu sein. Die Frage ist, wie es in der ÖVP aussieht. Zur Entscheidung über Mitte-Grün oder Mitte-Rechts wird Sebastian Kurz wohl verschiedene Überlegungen anstellen: Was hat er den Wählern versprochen, wie kann er jeweils das Land regieren, welche Bestandsdauer hat diese oder jene Konstellation?

Leicht ist die Entscheidung für ihn sicher nicht. Und einfacher, als es mit der alten Regierung war und deren Fortführung nach "Ibiza" gewesen wäre, auch nicht.

Peter F. Lang,

per E-Mail

Es gibt global noch große
ungenutzte Landreserven

Allein in den asiatischen Ländern können bis zum Jahr 2100 Landflächen durch Überflutung verloren gehen, auf denen derzeit 250 Millionen Menschen wohnen. Die Zahl derer, die bis dahin neu hinzukommen, ist noch viel größer. Wo finden sie Land, auf dem sie leben können?

Ein Drittel der Festlandfläche ist heute kaum bewohnt, weil es zu trocken ist. Diese Flächen können neues Siedlungsgebiet werden, wenn man sie bewässert. Wasser gibt es genug, sofern wir es nicht ungenutzt ins Meer fließen lassen. Das neu begrünte Land bringt nicht nur Lebensraum, sondern nimmt auch zusätzliches Kohlendioxid aus der Atmosphäre.

Dr. Ernst Fiala,

2120 Wolkersdorf

Zum Leitartikel von Thomas
Seifert, 21. November

Wer für den IS kämpfte,
ist kein Staatsbürger mehr

Die Posse um eine verpflichtende Rücknahme von Dschihad-Kämpfern ist nicht nachvollziehbar. Wer sich einer fremden Armee freiwillig anschließt, verliert per Gesetz automatisch die Staatsbürgerschaft, und die Argumentation, es handle sich beim IS - der sich zwar so nennt, aber international als Staat nicht anerkannt wird - um keinen Staat im völkerrechtlichen Sinn, weshalb eine Aberkennung der Staatsbürgerschaft nicht zulässig sei, geht daneben. Alle, die etwa der Fremdenlegion beigetreten sind, haben ihre Staatszugehörigkeit und alle damit verbundenen Rechte nachhaltig verspielt - selbst dann, wenn die Staatsbürgerschaft von Geburt an vorhanden war.

Kurz: Die Herkunftsstaaten haben für diese Menschen, ganz gleich, ob Männer, Frauen oder Kinder, keine Verantwortung mehr und damit auch keine Verpflichtung zur Rücknahme.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien