Die Gefahren der
neuen Stromzähler

Würden Sie sich in Ihrem Wohnzimmer eine Überwachungskamera einbauen lassen, wenn wir Ihnen versprechen, nicht zu schauen und zu lauschen? Wohl kaum. Dann sollten Sie auch die neuen Stromzähler (Smart Meter) ablehnen, die nun überall eingebaut werden sollen. Mit diesen Smart Metern kann sehr viel in Ihrem Heim überwacht werden, etwa ob Sie zuhause sind oder nicht. "Nebenbei" erzeugen diese Smart Meter noch enormen Elektrosmog, vor dem auch die Ärztekammer warnt. Und als Draufgaben kann man Ihnen auch den Strom aus der Ferne abschalten.

Fritz Loindl,

4882 Oberwang

Gesundheitsrisiken
durch Smart Meter

Als große Gegnerin des Smart-Meter-Zwangseinbaus möchte ich festhalten: Der Netzbetreiber verspricht uns ausschließlich Vorteile. Der intelligente Stromzähler unterstütze Automatisierungsvorgänge in Gebäuden, solle beim Stromsparen helfen, ermögliche uns genaue Abrechnungen und könne im Falle eines Wohnungswechsels schneller ein- und ausgeschaltet werden (aus der Ferne!). "Wir müssen fit sein" für die Energiewende, heißt es.

Dass die EU ursprünglich 80 Prozent der Verbraucher mit intelligenten Messsystemen ausstatten wollte, ging dem österreichischen Wirtschaftsministerium nicht weit genug, und man machte daraus 95 Prozent. Dass es sich bei jeder Smart-Meter-Variante um einen Computer mit fernauslesbarer Schnittstelle handelt, lässt viele Fragen offen. Dass man außerdem gute, altbewährte und funktionierende analoge Messzähler in die Tonne wirft, ist ökologischer Wahnsinn.

Noch schlimmer ist jedoch, dass die heftige Kritik der Österreichischen Ärztekammer - Gesundheitsrisiken durch elektromagnetische Felder und Strahlung - nirgends erwähnt wird.

Daniela Pichler,

5324 Hintersee

Ein FPÖ-Funktionär bei
den Casinos Austria

Dass Regierungsparteien ihnen genehme Personen für Neubesetzungen forcieren, ist keine Erfindung der FPÖ. Wir hatten in Österreich mit SPÖ und ÖVP jahrzehntelang zwei Parteien, die sich den Staat untereinander aufgeteilt haben. Mit der FPÖ ist dann ein "Dritter im Bunde" dazugekommen. Und jetzt wird die seit Beginn der Zweiten Republik übliche Handlungsweise, dass Regierende auf staatsnahe Unternehmen Einfluss nehmen, als Erfindung der FPÖ gebrandmarkt.

Zur Klarstellung: Einfluss der regierenden Politik ist grundsätzlich nicht verwerflich, die Nominierung ungeeigneter Kandidaten ist ein anderes Kapitel. Dem denkenden Bürger drängt sich der Verdacht auf, dass hier nur versucht wird, den "Dritten im Bunde" auszugrenzen. Das geladene Jagdgewehr im Auto des Tiroler SPÖ-Chefs Georg Dornauer hat ja auch keine Politkrise heraufbeschworen. Nicht auszudenken, wenn das dem "letzten Zwerg von rechts" in der FPÖ passiert wäre.

Günter Braun,

1020 Wien

Zum Artikel von Judith Belfkih,
21. November

Zeitgeist gegen Vernunft
in der neuen Arbeitswelt

Im Gespräch mit der Philosophin und Ökonomin Lisa Herzog konfrontieren sich Zeitgeist und Vernunft. Der Zeitgeist versteht unter Arbeit lediglich Erwerbsarbeit und geht von ihrem Ende aus. Die Vernunft weiß, dass mit und auch ohne Lohn zur Sicherung der persönlichen und gesellschaftlichen Lebensbedingungen gearbeitet werden muss. Als "zentrale Motivation von Arbeit" sieht der Zeitgeist, "Geld zu verdienen oder sich selbst zu verwirklichen". Die Vernunft lehrt, dass Menschen auch arbeiten, "weil sie Sinn darin empfinden und in sozialen Zusammenhängen mit und für andere arbeiten wollen".

Der Zeitgeist ist "gegen das bedingungslose Grundeinkommen", weil es als Alimentierung für "Leistungsverweigerer" missverstanden wird. Die Vernunft argumentiert, dass ein Grundeinkommen ja nur die Basis für Verhandlungen über "fairere Wertschätzung" und zweiseitige "Anerkennung" zu liefern vermag.

Wie sich bisher fatal zeigte und auch für die Zukunft zu erwarten ist, vermag sich der Zeitgeist in der Regel gegen die Vernunft durchzusetzen.

em. o. Univ.-Prof. Paul
Kellermann, Institut für Soziologie, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Alpen-Adria-Universität